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Äskulapnatter ohne Grenze

Im Nationalpark Thaytal/ Podyjí lebt neben anderen Besonderheiten auch unsere größte heimische Schlange, die Äskulapnatter. Das ökologische Institut Veronica erforscht die seltene Schlange über die Grenzen hinweg.

Äskulapnatter
© tuemmler - Fotolia.com

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Vom Aussterben bedroht

Die Äskulapnatter ist die mit Abstand größte einheimische Schlangenart. Das bisher längste Exemplar im Thayatal brachte es auf 197 Zentimeter. In Tschechien ist die Schlange als „kritisch gefährdet“ eingestuft und streng geschützt. Auch im europäischen Buch der bedrohten Arten wird sie geführt.

Im Thayatal, vor allem im Gebiet des Nationalparks, hat die Äskulapnatter einen geschützten Lebensraum gefunden. Die ersten Daten über ihr Vorkommen stammen aus den 1930er Jahren. 1983 wurde in Znaim ein Experte zum Fund einer seltsamen Schlange geholt und konnte seinen Augen nicht trauen: Es war die Äskulapnatter. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und der Erklärung zum Nationalpark wird die Schlange regelmässig an beiden Seiten der Grenzen gefunden. Ein tschechisch-österreichisches Forschungsprogramm ist entstanden.

Schutzmaßnahmen laufen an

Jede gefangene Äskulapnatter wird individuell bezeichnet und am selben Ort wieder ausgelassen. Beim Wiederfang werden die Schlangen identizifiert und die Daten dokumentiert. Insgesamt wurden so im Gebiet 1.053 Einzelindividuen bezeichnet. Bei den Wiederfängen ist Maruška die Rekordhalterin. Sie wurde in den Jahre 2000 bis 2009 76 Mal gefangen und wieder freigelassen. Männliche Nattern überwinden Entfernungen von vier Kilometern, während Weibchen sich meistens in der Entfernung von rund einem Kilometer bewegen.

Im Thayatal leben Äskulapnattern nahe der Thaya. Die nahe Staatsgrenze beeindruckt die Tiere wenig. Sie schwimmen gut, sie lieben Felsen und steinige Standorte als Platz zum Aufwärmen und als geeignetes Versteck. Steinmauern, zum Beispiel in Weinbergen, sind ideale Orte für die Tiere. Hier wurden 29 % aller Funde gemacht. Auch auf historischen Bauwerken und Ruinen sind sie häufig anzutreffen. Aber wir finden sie kaum in der Nähe von Wohnhäusern, ausgenommen vereinzelter Funde aus Hardegg, Havraník oder Znojmo. Andererseits scheint sich die Schlange vornehmlich im Nationalpark in der Nähe des Menschen wohl zu fühlen. Wenn sie sich also auf Steinmauen wärmt, können Sie die Äskulapnatter ruhig aus einigen Metern Entfernung fotografieren. Das „Schlangegaffen“ oder „Natteranstarren“ (snake watching) wurde sogar als Attraktion bei der Besichtigung von Nový Hrádek (Ruine in der Kernzone des Nationalparks Podijí – des Tschchischen Nationalparks an der Thaya) eingebaut.

Foto gesucht!

Der Äskulapnatternexperte Mojmír Vlašín bittet um Ihr Foto der Äskulapnatter: „Wenn Sie sie antreffen, vergessen Sie nicht, sie von Mojmír Vlašín grüßen zu lassen und sie zu fotografieren. Das Bild schicken Sie bitte an mojmir.vlasin@veronica.cz.

Bericht verfasst von: Mojmír Vlašín, Experte für Äskulapnattern und Simona Horká von unserer Partnerorganisation Hnuti Duha (Regenbogenbewegung – Friends of the Earth CZ)

Weiterführende Informationen

Hnutí DUHA - Friends of the Earth Czech Republic

Letzte Aktualisierung: 09.09.2014