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Auf dem Weg zum Energie-Europameister

Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft lässt die eNu je ein Land aus den sechs EM Gruppen antreten - hinsichtlich seiner Erfolge und Bemühungen auf dem Weg zur Energiewende.

Symbolbild
© stockphoto-graf - Fotolia.com

Der Ausbau Erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion des Energieverbrauchs sind Meilensteine beim Erreichen der Energiewende. Weg von fossilen Energieträgern und Kernenergie hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung aus Erneuerbaren lautet die Devise.

Die 28 EU-Staaten haben sich bereits im März 2007 dazu verpflichtet, eine Energiewende einzuleiten. Sie setzen auf  eine Reduktion der Treibhausgase sowie den Ausbau alternativer Energiequellen. Im Januar 2014 gab die EU-Kommission das Ziel von 27 % für den Anteil der Erneuerbaren am europäischen Bruttoenergieendverbrauch im Jahr 2030 vor.

Torchancen nutzen.

Im EM-Gastgeberland Frankreich - in der Gruppe A der sechs EM Gruppen - wird die Energiewende seit Jahren politisch diskutiert und die Ziele im Detail bei der Umweltkonferenz für nachhaltige Entwicklung festgehalten: Demnach soll der Verbrauch an fossilen Brennstoffen bis 2050 halbiert werden, als Zwischenziel wird eine Senkung um 30 % bis 2030 angestrebt.

Auch die Förderungen von Erneuerbaren und Elektromobilität werden verstärkt und der hohe Anteil der Atomkraft am Strommix (heute rd. 75 %) soll bis 2025 auf 50 % reduziert werden. Das Energiewende-Gesetz wurde 2014 im Parlament beschlossen und hat im Juli 2015 die Nationalversammlung passiert. Der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch betrug 2004 in Frankreich 9,4 %, im Jahr 2014 bereits 14,3 %.

Starke Mannschaften aus Gruppe B.

Das Vereinigte Königreich ist gleich durch zwei Fußballnationalmannschaften in der EM vertreten: Wales und England. Energiepolitisch hat sich auch Großbritannien hohe Ziele gesteckt: So soll einerseits bis in die 2030er Jahre der Elektrizitätssektor dekarbonisiert – also CO2-frei -, andererseits der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 80 % gesenkt werden.

Der Torjäger im Bereich Erneuerbare ist die Windkraft. Ende 2014 wies der Inselstaat eine installierte Windkraftleistung von 12,4 GWh auf, vor allem die Offshore-Windparks mit einer Leistung von 7 GWh wurden stark ausgebaut. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der Erneuerbaren von 1,2 % (2004) auf 7 % (2014). Allerdings räumt Großbritannien auch weiterhin der Kernenergie einen hohen Anteil bei der Energiegewinnung ein.

Motivierte Nachbarn.

Aus Gruppe C tritt Deutschland im Energiewende-Ländervergleich an. Zu dessen konkreten Zielsetzungen zählt vor allem der Ausbau der Erneuerbaren. Bis 2025 soll der Anteil der Erneuerbaren am Strommix auf 40-45 % bzw. bis 2035 auf 55-60 % gesteigert werden. Im Gegenzug wird angestrebt, den Primärenergieverbrauch bis 2050 um 50 % gegenüber dem Jahr 2008 zu reduzieren.

Ebenso hat Deutschland einen vollständigen Atomausstieg bis 2022 beschlossen und setzt zahlreiche Maßnahmen, um den Treibhausgasausstoß stark zu verringern. Alles in allem ist dieser Staat gut aufgestellt: Der Anteil der Erneuerbaren hat sich von 5,8 % (2004) auf 13,8 % (2014) erhöht.

La Furia Roja – aus Gruppe D.

In Spanien lag der Anteil an Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch 2014 bei 16,2 % und katapultiert das Land unter die ersten 15 des EU-28-Rankings. Wasser- und Windkraft sind die erneuerbaren Stürmer der spanischen Mannschaft, während aber auch die Kernenergie eine wichtige Position am Feld einnimmt.

Einer der weltweit größten Hersteller von Windkraftanlagen ist im Norden Spaniens beheimatet – das Know-how im Bereich Windenergienutzung ist im Land ausreichend vorhanden. Die Bereiche Photovoltaik und Solarenergie führen in Spanien, trotz der vielen Sonnenstunden, lediglich ein Nischendasein.

Noch ein Tor – aus Gruppe E.

Belgien zählt in Sachen Energiewende zu den Pionierländern in Europa. Bereits 2003 beschloss die belgische Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2025, der Neubau von Kernkraftwerken wurde gesetzlich verboten.

Der Ausbau der Erneuerbaren ist mit dem Ziel von 13 % am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 angestrebt. Im Jahr 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren bei 8 % - im Vergleich zum Jahr 2004 wurde er allerdings vervierfacht. In Belgien sind vor allem Windkraft und Photovoltaikanlagen für die Ökoenergieproduktion im Einsatz.

Immer wieder Österreich!

Besonders stolz können wir ÖsterreicherInnen auf unsere Nationalelf sein, denn diese ist heuer in Gruppe F der EM vertreten. Aber nicht nur im Fußball ist Österreich erfolgreich – auch bzw. insbesondere was die Anstrengungen zum Erreichen der Energiewende betrifft, befindet sich die Alpenrepublik in den vorderen Reihen.

Aufgrund der geographischen Lage sowie der optimalen Voraussetzung für Wasserkraftwerke liegt die Nutzung erneuerbarer Energieträger in Österreich nahe. So stieg der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch von bereits sehr hohen 23,3 % (2004) auf 33,1 % (2014).

Österreich zählt hinsichtlich der Nutzung von Wasser-, Wind-, Sonnenenergie und Biomasse mit Platz fünf zu Europas Topnationen. Das Bundesland NÖ deckt seit 2015 seinen Strombedarf ausschließlich aus regenerierbaren Energiequellen. 

Weiterführende Informationen:

eurostat: Share of renewable energy in gross final energy consumption
100 Prozent erneuerbarer Strom für NÖ
 

Letzte Aktualisierung: 14.07.2016

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