hintergrundbild

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden (weitere Informationen).

News

COP 22: Ergebnisse der Weltklimakonferenz von Marrakesch

Vom 7. bis 18. November 2016 fand im marokkanischen Marrakesch der 22 Weltklimagipfel statt. Die Wahl Donald Trump zum US-Präsidenten überschattete anfangs das Gipfeltreffen. Im Laufe der Konferenz verbesserte sich jedoch die Stimmung und endete in der „Proklamation von Marrakesch“.

Logo COP22
© COP22

Der neue US-Präsident Donald Trump kündigte im Wahlkampf im Falle seiner Wahl den Ausstieg aus dem Weltklimavertrag von Paris an. ABER: Eine Kehrtwende in der US-Klimapolitik ist für Trump gar nicht so einfach. Viele Gesetze, wie Regulierengen zur Treibstoffeffizienz oder Emissionskontrollen für neue Kraftwerke sind bereits verabschiedet und würden, falls in Frage gestellt, wahrscheinlich rechtliche Klagen in den USA nach sich ziehen. Ein Ausstieg aus dem Weltklimavertag dauert auf jeden Fall zumindest vier Jahre, und in vier Jahren ist die erste Amtsperiode von Donald Trump ebenfalls wieder vorbei. Der ehemalige US-Außenminister John Kerry ermutigte die KonferenzteilnehmerInnen jedenfalls mit der Zusage der USA ihre Klimaziele einzuhalten und bis 2050 die Emissionen auf ein Fünftel im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Mittlerweile wurde von Donald Trump mit Scott Pruitt ein Klimawandelskeptiker zum neuen Chef der Umweltschutzbehörde EPA ernannt.

Neue Antreiber in der internationalen Klimapolitik

China, das Land mit den höchsten Treibhausgasemissionen der Welt, bekräftigte hingegen in Marrakesch seine Zusagen zum Weltklimavertrag von Paris und will spätestens 2030 seine maximalen Emissionen erreicht haben.
Weiters haben sich 48 weniger entwickelte, aber vom Klimawandel besonders betroffene, Staaten verpflichtet sich in der von ihnen definierten „Marrakesch-Vision“ so rasch wie möglich aus Kohle, Öl und Gas zu verabschieden. Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen soll in den nächsten drei Jahren in den jeweiligen nationalen Klimaschutzzielen festgeschrieben werden.
Industrienationen wie Deutschland, Kanada oder Mexiko präsentierten in Marrakesch ihre langfristigen Klimaschutzpläne bis 2050.

Proklamation von Marrakesch

Vertreter aus 196 Staaten verständigten sich auf die „Proklamation von Marrakesch“, in der der Kampf gegen den Klimawandel „höchste Priorität“ und „maximales politisches Engagement“ genießen soll. Damit werden die Ergebnisse des Pariser Abkommens bestätigt, und die Dringlichkeit, die Erderwärmung möglichst bei 1,5 bzw. 2 Grad zu stoppen, unterstrichen.
Aber nicht nur nationale Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Unternehmen und weltweite Aktionen auf allen Ebenen sollen laut der Proklamation verstärkt gegen die Erderwärmung aktiv werden.
Parallel wurde die Unterstützung von 100 Milliarden Dollar jährlich – zahlbar von den Industriestaaten an die Entwicklungsländer - wie schon auf vorherigen Konferenzen abermals zugesagt. Die Klimaschutzmaßnahmen sollen insbesondere im Einklang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen ergriffen werden, dazu zählen die Bekämpfung des Hungers, sauberes Trinkwasser und eine ausreichende Gesundheitsversorgung für die gesamte Menschheit.

Konkrete Ergebnisse

Konkret wurde es bei den technischen Verhandlungen, in denen die Erstellung eines Regelbuches für das Pariser Abkommen bis 2018 vereinbart wurde. Das Regelbuch kann als Arbeitsprogramm verstanden werden, das das Pariser Abkommen konkret ausgestaltet. Es soll beispielsweise die Vergleichbarkeit der nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) der einzelnen Staaten und deren regelmäßige Erhöhung gewährleisten.
Darüber hinaus haben die Industrienationen einen Fahrplan vorgelegt, wie sie die 100 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung für Entwicklungsländer erreichen wollen. Die Klimaschutzmaßnahmen sollen insbesondere im Einklang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen ergriffen werden, dazu zählen die Bekämpfung des Hungers, sauberes Trinkwasser und eine ausreichende Gesundheitsversorgung für die gesamte Menschheit.
Der “Anpassungsfonds”, welcher konkrete Maßnahmen in besonders vom Klimawandel betroffenen Regionen finanziert, wurde mit 81 Millionen US-Dollar aufgefüllt.

Wie geht es weiter?

Über 130 Vertragsparteien, die über 80 Prozent der globalen Emissionen umfassen (Stand März 2017), haben den Klimavertrag bereits ratifiziert - Vereinigte Staaten inklusive. Der internationale Vertrag ist somit in Kraft. Die Summe der bis jetzt zugesagten nationalen Klimabeiträge (NDCs) würde laut Klimaexperten eine durchschnittliche Erderwärmung im Jahr 2100 um ungefähr 2,7 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit bedeuten und damit das 2-Grad-Ziel deutlich verfehlen. Im Jahr 2018 werden die Reduktionszusagen überprüft und erstmalig überarbeitet. Im November 2017 wird auf der COP23 in Bonn weiter verhandelt.

Weiterführende Links

COP 22 in Marrakesch: cop22.ma/en
Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC: www.ipcc.ch
Klimavertrag von Paris

Letzte Aktualisierung: 23.03.2017