hintergrundbild

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden (weitere Informationen).

Newsletter-Archiv

Die billigste Energie ist die, die man nicht zahlt

Im Herbst 2013 hat Hnutí DUHA (Regenboegenbewegung, die tschechische Organisation von Friends of the Earth) eine neue Kampagne zu Energie gestartet, sie heißt: „Nichtzahler“.

Plattenbau
© Simona Horka

  logoleiste

Hnuti DUHA rät den Leuten, wie sie die Rechnungen für Elektrizität, Heizung und Gas am besten senken können. Jede/r kann entscheiden: Hochwertige Fenster, Isolierung, Solaranlagen für Warmwasser, moderne, sparsame Heizkessel und LED-Technik statt Glühbirnen können die Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffe reduzieren. Die billigste Energie ist die, die man nicht kauft - und nicht zahlt.

Hnuti DUHA appelliert an die Regierung und das Parlament. Sie sollten aus europäischen Fördertöpfen im Zeitraum von 2014 bis 2020 jedes Jahr 10 Milliarden CZK (ca 370 Mio €) konkret für Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden widmen. Hnuti DUHA empfiehlt auch, die Förderung von dezentralisierten, erneuerbaren Energiequellen, die in Eigentum von Gemeinden und Haushalten sind, beizubehalten. Und vor allem soll die Regierung ein Gesetz beschließen, das sich am erfolgreichen britischen Vorbild orientiert, das Maßnahmen und Tempo zur Reduktion von CO2 vorgibt und damit die Abhängigkeit von teurem Gas und Öl verringert.

Mittels konkreter Beispiele macht Hnuti DUHA die „Nichtzahler“ der Öffentlichkeit bekannt: wie diese Leute leben, wie viel sie „nicht zahlen“ und was sie über die staatliche Förderung sagen.

Best Practice: Effiziente Plattenbausiedlung

Nový Lískovec ist eine Siedlung am Stadtrand von Brno. Es ist ein typischer Stadtteil, wo eine neue riesige Siedlung in den 70er bis 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts gewachsen ist. In Großplattenhäusern mit 3.500 Wohnungen leben 95 Prozent von insgesamt 13.000 EinwohnerInnen dieses Stadtteils.

Zwei Volksschulen und drei Kindergärten wurden hier in gleicher Weise errichtet. Das Besondere an dieser Siedlung ist das ambitioniert Projekt der energetischen Sanierung. Besser renovierte Großplattenhäuser findet man zurzeit nirgends.

Diese Initiative stammt von Jana Drápalová, der Bürgermeisterin dieses Stadtteils. Im Jahr 1998 ist in Kooperation von Universitäten und NGOs dieses einzigartige Projekt der Energiesanierung von Großplattenhäusern entstanden.

Zwischen 2001 und 2006 wurden in der ersten Phase 384 Wohnungen in den achtstöckigen 70er-Jahre-Plattenhäusern wärmegedämmt. In einigen Häusern wurden zentral gesteurte Lüftungen mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Der durchschnittliche jähliche Heizenergieverbrauch für eine Wohnung ist von 42 Gigajoule auf 13 Gigajoule - also auf 30 Prozent - gesunken.

In den Jahren 2009 bis 2010 wurden 672 Wohnungen in den neueren Großplattenhäusern wärmegedämmt und renoviert. In einigen Häusern wurden Fenster mit Dreifachverglasung eingesetzt. Nach Abschluss der zweiten Phase wurden alle öffentlichen Wohnungsbauten in Nový Lískovec wärmegedämmt, auch die Grundschule Kamínky und der Kindergarten Čtvrtě.

Im ersten Jahr nach der Rekonstruktion sparte ein durchschnittlicher Haushalt bei den Heizkosten 7.500 CZK (ca. 270 €), im Jahr 2011 schon 20.000 CZK (ca. 740 €), vor allem wegen der steigenden Energiepreise. Die Rückzahlungszeit der Investitionskosten, an denen auch die MieterInnen beteiligt sind, ist auf 10 Jahre gesunken.

Ökopartnerschaft Niederösterreich – Südmähren

Seit September 2013 arbeitet die Energie- und Umweltagentur NÖ mit der Organisationen „Hnuti Duha“ (Regenbogenbewegung - Friends of the Earth CZ - Mitglied von FOE) aus Brünn zusammen. Das Projekt soll das Umweltbewusstsein in der Region stärken, die Aktivitäten dies- und jenseits der Grenze gegenseitig bekannt machen und ermöglichen, voneinander zu lernen.

Weiterführender Link

www.enu.at/hnuti-duha
Regenbogenbewegung – Hnutí Duha
Ökopartnerschaft NÖ - Südmähren

Letzte Aktualisierung: 25.08.2014