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Nitrat & Nitrit

Düngen, aber richtig!

Im oberen Bodenbereich sind nur 5 Prozent des gesamten Stickstoffes in anorganischer, also für Pflanzen verfügbarer Form vorhanden. Der Großteil liegt in Form von Ammonium oder Nitrat und in sehr geringer Menge in Form von Nitrit vor.

Die Nmin - Methode

Damit möglichst wenig Nitrat aus dem Boden ausgewaschen werden kann und in das Grundwasser gelangt, wird in manchen Ackerbaugebieten die Nmin - Methode angewandt. Im Frühling wird der im Boden vorhandene mineralisierte Stickstoff bestimmt (Nmin). Daraus lässt sich der für die jeweilige Ackerfrucht zusätzlich nötige Stickstoff, der mittels Düngung zugeführt werden muss, berechnen.

Nitratinformationsdienst NID

Der NID ist ein Service der NÖ Landwirtschaftskammer, der Gruppe Wasser des Amtes der NÖ Landesregierung und der EVN Wasser. Sie betreiben im nördlichen und südlichen Tullnerfeld, im Marchfeld, in der Prellenkirchener Flur und im Bereich Zillingdorf/ Lichtenwörth/ Neufeld diesen Nitratinformationsdienst. Landwirte und Landwirtinnen in diesen Regionen erhalten eine Empfehlung für eine bedarfsgerechte und damit Grundwasser schonende Bemessung der Düngemittel. Nähere Informationen finden Sie unter www.nid.at.

Aktionsprogramm Nitrat 2012

Das Aktionsprogramm Nitrat wurde ausgehend von der EU-Nitratrichtlinie zum Schutz vor Verunreinigungen der Gewässer durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich als rechtliche Verordnung erlassen. Es regelt unter anderem zeitliche Ausbringungsbeschränkungen von Gülle und Handelsdünger, nennt allgemeine Ausbringungsverbote (durchfrorener oder wassergesättigter Boden, geschlossene Schneedecke) und Mindestabstände zu Gewässern.

Hausgärten - zu viel des Guten

Wir lieben unsere Gärten. Allerdings gefährden wir durch Überdüngung von Rasen und Gemüsegärten auch das Grundwasser. Besonders nachteilig für das Grundwasser wirkt sich Umstechen im Herbst mit anschließender Düngung aus. Bitte verzichten Sie auf das Umstechen und lockern Sie den Boden im Frühjahr nur mit einer Grabgabel. Düngen Sie mit Maß und Ziel!

Informationen, wie Sie optimal düngen können, erhalten Sie beim niederösterreichischen Gartentelefon 02742 74 333.

Bewirtschaftungsmaßnahmen

Sie reduzieren die Nitratzufuhr und das Auswaschen von Nitrat und schützen somit das Grundwasser:

  • Zwischenfruchtanbau
  • Winterbegrünung
  • Mulchsaatverfahren
  • extensive Grünlandbewirtschaftung
  • Düngung an Pflanzenbedarf anpassen

Grünlandumbruch – Gefahr für das Grundwasser

Nach einem Grünlandumbruch und der Umwandlung von Dauergrünland in Ackerfläche werden innerhalb weniger Jahre große Mengen des in der Grasnarbe gespeicherten Bodenstickstoffes mineralisiert. Dabei werden in kurzer Zeit große Mengen an Nitrat gebildet und – ausgewaschen, da nicht mehr das gesamte Nitrat durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Aus Grünlandumbruch können extrem hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser resultieren. Waldrodungen haben einen ähnlichen Effekt.

Durch Kalkungen kommt es ebenfalls zum Anstieg von Nitrat im Sickerwasser.