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Erneuerbare Energie weltweit auf dem Vormarsch

In Europa wurden bereits zum sechsten Mal in Folge mehr Stromkapazitäten auf Basis Erneuerbare installiert als konventionelle Kraftwerksleistung. Zu diesem Ergebnis kommt der „Renewables 2014 Global Status Report“. Auch Niederösterreich liegt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien im internationalen Spitzenfeld.

Photovoltaik-Anlage
© F. Simmer

Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft: Schon 138 Länder unterstützen den Ausbau der Erneuerbaren – darunter alle Europäischen Staaten, aber auch 95 Schwellenländer. Dies führt auch zu entsprechenden Wachstumsraten auf globaler Ebene. So haben sich die Investitionen in Erneuerbare Energie in den letzten 10 Jahren von 39,5 Mrd. US$ auf 214,4 Mrd. US$ mehr als verfünffacht. Die neu installierte Leistung erneuerbarer Energie (ohne Wasserkraft) hat sich seit 2004 von 85 GW auf 560 GW (2013) mehr als versechsfacht.

Besonders beeindruckend ist die Entwicklung für Photovoltaik (2,6 auf 139 GW) und Wind (48 auf 318 GW) aber auch neue Technologien wie „concentrated solar“ (0,4 auf 3,4 GW) in den letzten 10 Jahren. Erneuerbare Energieträger setzen sich aber auch am Wärmemarkt (von 98 auf 316 GWth) und im Transportsektor im angegebenen Zeitraum durch, insb. Biodiesel mit einer Produktionssteigerung von 2,4 auf 26,3 Mrd. Liter.

Globaler Trend

In der regionalen Verteilung nimmt China mit 118 GW an Kapazitäten auf Basis der Erneuerbaren zur Stromerzeugung bereits deutlich Platz 1 ein, vor den USA mit 93 GW und Deutschland mit 78 GW. Die Europäische Union verfügt über 235 GW Erneuerbare Energie. In China übertraf im Jahr 2013 der Zuwachs erneuerbarer Stromkapazität zum ersten Mal fossile und atomare Leistungszugänge.

Laut Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ  und Stv. Leiter der Expertengruppe zur Forschung und Entwicklung der Internationalen Energieagentur, deutet alles darauf hin, dass sich die europäische Energieversorgung fundamental verändern wird: Während vor zehn Jahren 80 Prozent der neuen Stromkraftwerke mit fossiler Energie versorgt wurden, nutzten im Jahr 2013 bereits 72 Prozent der neuen Stromkraftwerke saubere, erneuerbare Energieträger.

Photovoltaik wird wettbewerbsfähig

Ein Grund für den Boom der Photovoltaik liegt insbesondere in der Kostensenkung infolge von technologischen Lerneffekten. In den letzten 6 Jahren haben sich die Anschaffungskosten für eine PV-Anlage um zwei Drittel reduziert. Allein 2013 hat sich die installierte Kapazität von Photovoltaik um 32% erhöht, die Investitionen hierfür sind gegenüber dem Vorjahr um 22 % gesunken. Die sinkenden Produktionskosten sind ein wesentlicher Grund, warum die globalen Investitionen ausgehend von 39,5 Mrd. US$ im Jahr 2004 bis 2011 kontinuierlich auf 279,4 Mrd. US$ gestiegen sind und seither sinken, im Jahr 2013 auf 214,4 Mrd. US$. Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik erhöht wiederum die weltweiten Produktionsmengen und weiteren technologischen Lerneffekten.

Vergleichbare Entwicklungen sind für alle Erneuerbaren Energien erkennbar. Greisberger: „Während die konventionelle Stromproduktion infolge erhöhter Energiepreise und gestiegener Sicherheitsstandards weiter ansteigt, verfügen „junge Technologien“ über weitere Preissenkungspotenziale. Dies ist die Grundlage eines weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energie weltweit.“ Das Wachstum drückt sich auch in einem starken Anstieg an Arbeitsplätzen aus. Nahezu 6,5 Millionen Menschen waren 2013 im Bereich der Erneuerbaren Energie beschäftigt, 1,265 Mio. davon in der Europäischen Union.

Grafik Zuwachsrate installierte PV-Leistung
© H. Greisberger

Niederösterreich bei Photovoltaik weit über weltweitem Durchschnitt

Niederösterreich hat den Ausbau der Photovoltaik stark vorangetrieben – dem besonders starken Wachstum in den Jahren 2009 und 2010 mit einem jährlichen Anstieg von über 150 % folgten drei starke Jahre mit Wachstumsraten von rund 70 Prozent jährlich. Global lagen die Wachstumsraten in dieser Periode jährlich zwischen 37 und 75 %. Niederösterreich liegt durch dieses hohe Wachstum bereits weit über dem Anteil der PV an der weltweiten Stromproduktion von 0,7 %.

Weiterführende Informationen
 

Renewables 2014 - Global Status Report

www.ren21.net/gsr

Letzte Aktualisierung: 27.08.2014