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Raus aus dem Öl

FAQs zu Ölheizungen

Woher kommt das in Österreich verbrauchte Holz?  

Im Jahr 2015 betrug die Holznutzung  aus dem österreichischen Wald 17,55 Millionen Erntefestmeter, davon entfallen über 70 Prozent  auf stoffliche Nutzung z.B. in der Sägeindustrie oder der Papierindustrie und weniger als 30 Prozent auf die energetische Nutzung durch z.B. Biomasseheizungen bzw. Biomasse-Nahwärmeanlagen1. Ein guter Teil des energetisch genutzten Holzes fällt als Nebenprodukt von z.B. der Sägeindustrie oder anderen holzverarbeitenden Prozessen an. Etwa ein Viertel des energetisch genutzten Holzes ist Brennholz, das zu etwa 85 Prozent aus heimischen Beständen stammt. Bei Pellets ist Österreich sogar Exportland – wir erzeugen 14 Prozent mehr als wir im Inland benötigen2.

Woher kommt der Strom meiner Wärmepumpe?

100 Prozent des niederösterreichischen Stroms kann aus erneuerbaren Kraftwerken erzeugt werden. Dieser stammt zum größten Teil aus unseren einheimischen Wasserkraftwerken, mehr als ein Viertel stammt aus den Windkraftwerken und der restliche Teil aus Biomasseanlagen und Photovoltaikanlagen. Da die Speichermöglichkeiten innerhalb unseres Bundeslandes begrenzt sind, wird überschüssiger Strom exportiert und bei Bedarf Strom importiert. Der importierte Strom stammt großteils nicht aus erneuerbaren Energiequellen und verursacht einen hohen CO2-Ausstoß. Gerade im Winter muss aufgrund der höheren Stromnachfrage Strom importiert werden. Aus diesem Grund müssen die Erneuerbaren in Niederösterreich weiter ausgebaut werden.

Woher kommt das Erdöl?

Unsere Erdölimporte kommen hauptsächlich aus Kasachstan, Libyen, Aserbaidschan, Algerien, Russland, Irak, Saudi-Arabien und Nigeria. Die Energieversorgung Österreichs ist daher – ebenso wie die der gesamten EU – in hohem Maße von den Energieimporten aus Ländern abhängig, die sich weder durch hohe demokratische Standards, noch durch politische Stabilität auszeichnen. Politische Krisen der Förderländer wirken sich direkt auf die Versorgung mit Öl und auf den Preis aus. Im Themenbereich "Raus aus dem Öl" gibt es einen eigenen Artikel zu dem Thema.

Wie kann ich meinen Heizenergiebedarf senken?

Vor allem durch eine gute Wärmedämmung kann sehr viel Heizenergie eingespart werden. Es werden nicht nur die Heizkosten für Jahrzehnte reduziert, sondern es steigt auch der Wohnkomfort, da im Winter die Wände warm bleiben und im Sommer die Hitze draußen bleibt. Auch Schimmel wird so vermieden. Die Dämmung der obersten Geschoßdecke rentiert sich dabei besonders schnell.  Ein warmer Heizraum ist ein Zeichen von Energieverschwendung, eine gute Dämmung der Heizrohre ist empfehlenswert. Auch durch den Einbau von wärmetechnisch optimierten Fenstern kann der Heizenergieenergiebedarf gesenkt werden. Nicht zuletzt vermindert eine effiziente Lüftung den Wärmeverlust des Hauses: kurzes Stoßlüften statt langem Durchlüften oder im besten Fall der Einbau einer automatischen Lüftungsanlage ist empfehlenswert.

Wie ökologisch sind Dämmstoffe auf Ölbasis?

Bei synthetischen Dämmstoffen auf Erdölbasis hat die Dämmung in der Regel innerhalb von zwei Jahren so viel Energie eingespart,  wie für Herstellung, Transport und Entsorgung benötigt wurde. Die Energiebilanz dieser Dämmstoffe ist damit eindeutig positiv. Die bekanntesten Vertreter dieser Dämmstoffkategorie sind Wärmedämmverbundsysteme aus Polystyrol.  Auch in ihnen ist eigentlich nur zwei Prozent Erdöl vorhanden, die restlichen 98  Prozent  bestehen aus Luft, da Luft besonders gut dämmt. Der Öleinsatz in solchen Dämmungen ist also gerechtfertigt und amortisiert sich schon nach kurzer Zeit, da man langfristig ein Vielfaches an Heizenergie einspart3. Durch die Wahl von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zellulose, Schafwolle, Stroh oder Hanf kann die energetische Amortisationszeit noch weiter gesenkt werden.

Wie entwickeln sich die Energiepreise?

Beim  mehrjährigen Vergleich der Energiepreise zeigt sich, dass besonders der Erdölpreis sehr volatil ist. Die Heizkosten von Wärmepumpen und Holzheizungen sind deutlich niedriger als von Erdgas oder Heizöl. Trotz der in den letzten zwei Jahren stark gesunkenen Öl- und Gaspreise sind die Energiekosten von erneuerbaren Heizsystemen wie Erdwärmepumpen, Pelletheizungen und Scheitholzheizungen wesentlich niedriger als die der fossilen Heizsysteme.  

Durch die innovativen Methoden der Erdölförderung, wie Fracking und Ölsandförderung, werden neue Ölvorkommen erschlossen und stellen damit auch eine Ursache für den in den letzten Jahren gesunkenen Ölpreis dar. Wie sich die Energiepreise der Zukunft entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Die beste Versicherung gegen steigende Energiekosten ist der effiziente Einsatz von Energie, denn die Energie, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht bezahlt werden.

Welche Umweltauswirkungen hat die Erdölförderung?

Die Erdölförderung und die damit einhergehende Ölverschmutzung durch Förderungsrückstände oder Unfälle auf Land und auf hoher See, haben stark negative Auswirkungen auf unsere Umwelt und zerstören Lebensräume und töten Lebewesen. Auch die „neuen“ Methoden der Erdölförderung, wie Fracking und Ölsandförderung, beinhalten große Risiken für Umwelt und Gesundheit.  Aufgrund des hohen Chemikalien- und Wasserbedarfs kontaminieren sie langfristig die Ökosysteme. Auch deswegen lautet die Devise des Landes Niederösterreich „Raus aus dem Öl – Rein in die Zukunft“.  

Was muss ich beim Heizungstausch beachten?

Viele Heizsysteme sind überdimensioniert. Deshalb kann es empfehlenswert sein, vor dem Heizungstausch einen Energieausweis und eine Heizlastberechnung nach ÖNORM zu beauftragen, damit die Heizleistung des Gerätes angepasst wird. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll vor dem Heizungstausch Wärmedämmmaßnahmen des Hauses aber auch der Heizungsrohre in Betracht zu ziehen. Besprechen Sie notwendige bauliche Änderungen des Heizraums und des Lagerraums mit dem Installateur im Zuge der Erstellung des Kostenvoranschlags. Auch die richtige Entsorgung von Tank und Kessel sollte besprochen werden. Lassen Sie bei Bedarf die Eignung des Kamins für das neue Heizsystem vom Rauchfangkehrer prüfen und überlegen Sie auch gleich eine Solaranlage bzw. Photovoltaikanlage zu montieren.  Es ist immer empfehlenswert mehrere Kostenvoranschläge einzuholen. Nutzen Sie in jedem Fall das firmenunabhängige Beratungsangebot der Energieberatung NÖ.

Weiterführende Informationen

Woher kommt unser Öl?
Wofür verwenden wir Erdöl?
Ölheizungen und Klimawandel
Heizungstauschmöglichkeiten für Private und Gemeinden
 

Quellenverzeichnis

[1] Niederösterreichischer Jahres-Umwelt-, Energie- und Klimabericht 2015, Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
[2] Eigene Berechnung Statistik Austria, Energiebilanz, 2015
[3] Faktencheck Nachhaltiges Bauen, Klima- und Energiefonds, 2016. Verfügbar unter:  http://www.faktencheck-energiewende.at/nachhaltiges_bauen, abgerufen am 08.02.2017.