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Lokale Blumenrevolution

In den letzten Monaten sind in unserem Nachbarland Tschechien viele umweltfreundliche Alternativen wie Gemeinschaftskompostierung und Gemeinschaftliche Landwirtschaftsprojekte entstanden. Jüngstes Projekt: "Efemer" - ein ethisches Blumengeschäft.

Schnittblumen aus dem Wald
© Drahomír Stulír

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Unsere Partnerorganisation Hnutí DUHA (Regenbogenbewegung, die tschechische Organisation von Friends of the Earth) berichtet vom ethischen Blumengeschäft “Efemer“, das von zwei jungen Frauen und einem Mann vor kurzem gegründet worden ist:

Heute kann man 365 Tage im Jahr frische Schnittblumen kaufen. Wir sind gewohnt, dass uns alle Blumenarten das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Die Blumen kommen aus Übersee und aus afrikanischen Ländern, legen viele Kilometer zurück und belasten so die Umwelt. Die Schönheit dieser Art des Blumengeschäfts weist viele Mängel auf.

In Brünn, der Metropole von Südmähren, war es bisher schwer, lokale Blumen auf einem Markt zu finden. Auch auf dem Krautmarkt im Zentrum von Brno, einem der größten Marktplätze in Mähren, gibt es sie kaum. Nur Jiří Čada mit seinen Gladiolen ist eine Ausnahme.

Jetzt gibt es hier aber eine neue, umweltfreundliche Art, mit Blumen Freude zu schenken: Zwei Landschaftsarchitektinnen und ein Fotograf haben "Efemer" (griechisch: ephemer – flüchtig, vergänglich) eröffnet. Der Namen steht für das kurze Leben und den flüchtige Luxus, den Schnittblumen haben. Es begann mit Webseiten und lustigen Ideen. Es ging nur um Spaß und um ein Paar Freundinnen, die einen schönen lokalen Blumenstrauß für eine Hochzeit wollten. Dann aber, vor allem durch soziale Netzwerke, gewann das Projekt mehr und mehr an Popularität. Von Sommer letzten Jahres an mieteten die Frauen, die sich Lula und Klara nennen, ein Arbeitszimmer, wo man alle Blumen bearbeiten kann.

Und woher kommen die Blumen? Meistens aus freier Natur, oder aus Gärten von zwei Betreiberinnen. „Wir haben 'Efemer' gegründet, weil es wesentlich für uns ist, nach welchen Prinzipien die Blumen erzeugt werden. Als KundInnen wissen wir meist nicht, wie viele Kilometer die Blumen hinter sich haben und unter welchen Bedingungen sie in Ländern wie Zimbabwe, Kenia oder Ecuador erzeugt werden. Wir sind uns nicht bewusst, dass der globale Markt den Untergang von fast allen KleingärtnerInnen für Blumen verursacht hat. Die natürliche Fähigkeit, lokale Ressourcen effektiv zu nützen, verschwindet, und damit auch das Gefühl der Verantwortlichkeit für die eigene Umgebung. Durch die heute übliche Blumenzucht verbreitet sich eine perverse Ästhetik der „floristischen Kunst“, die uns das Gefühl von Scham für ordentliche Blume aus dem Bauerngarten oder aus dem Samstagspaziergang hinter die Stadt einpflanzt“, so die Betreiberinnen von Efemer.

Klara und Lulu hoffen, dass bald ein Trend für lokale Blumen kommt, so wie es bereits mit lokalen Lebensmitteln üblich geworden ist. Dies kann die Grundlage für weitere positive Veränderungen sein. 
 

Weiterführende Links

www.enu.at/hnuti-duha 
Ethischer Blumenladen Efemer in Brünn: www.efemer.cz
Regenbogenbewegung – Hnutí Duha

Letzte Aktualisierung: 25.08.2014