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Mit dem CO2-Rucksack auf Reisen

Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen - und viel CO2 sparen. Je nach Urlaubsart fallen mehr oder weniger Treibhausgasemissionen an. Wie viel das ist, können wir selber bestimmen. Wir haben für Sie die im Trend liegenden Kreuzfahrten mit einem Urlaub in Kroatien und einem Wanderurlaub daheim verglichen.

Frau beim Wandern mit Rucksack
© R. Burger

Urlaub daheim steht für die ÖsterreicherInnen laut Statistik Austria an erster Stelle mit 51 Prozent der Urlaubsreisen. Wenn es dann doch ins Ausland geht, führt in der Beliebtheit Italien vor Deutschland, Kroatien und Spanien. Ein Trend der letzten Jahre waren Kreuzfahrten – im Jahr 2015 unternahmen laut Österreichischem Reiseverband über 130.000 ÖsterreicherInnen eine Reise auf einem Hochseekreuzfahrtschiff. Für unsere Beispiele gehen wir von einer 4-köpfigen Familie aus und betrachten die CO2-Emissionen pro Personenkilometer.

Karibikkreuzfahrt entspricht 60-mal Kroatienurlaub

Die Reise mit dem größten CO2-Rucksack ist erwartungsgemäß die Karibik-Kreuzfahrt: Schon die Anreise zum Starthafen – in unserem Beispiel Miami – ist für die Hälfte des CO2-Ausstoßes des Urlaubes verantwortlich. Die andere Hälfte wird durch das Kreuzfahrtschiff selber verursacht, wobei der Energieverbrauch für den Hotelbetrieb des Schiffes gar nicht berücksichtigt wurde. Ebenso wenig wie die CO2-Emissionen für Verpflegung.

Im Vergleich zur Karibikkreuzfahrt reduziert eine Urlaubsfahrt nach Hvar in Kroatien den CO2-Abdruck der Familie beträchtlich. Die Anreise zum Urlaubsort mit dem Auto benötigt nur knapp 2 Prozent der CO2-Emissionen des Fluges nach Miami. Auch vor Ort wird die Familie vom Auto effizienter zu Sightseeing- und Bademöglichkeiten gebracht als mit dem Kreuzfahrtschiff. Die CO2-Emissionen für Reisen vor Ort sinken ebenfalls um 90 Prozent. Besonders positiv wirkt sich dabei natürlich das vollbesetzte Auto auf die Emissionen pro Person aus, bei Alleinreisenden sind die CO2-Emissionen pro Person entsprechend höher. In Summe kann man mit den CO2-Emissionen einer Karibik-Kreuzfahrt 60-mal in Kroatien Urlaub machen. Eine Perspektive, die nicht nur aus Klimaschutzgründen verlockend erscheint.

Top: Aktivurlaub zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Österreich

Am besten schneidet der Österreich-Urlaub mit Zug und Rad ab. Die Anreise mit dem Zug ist auch im Vergleich zum Auto mit deutlich geringeren CO2-Emissionen verbunden. Die Mobilität vor Ort ist dank der Wanderungen kostenlos, CO2-frei und sehr gesund: Gehen ist gut für Körper und Seele, da man so am besten Stress abbaut. Alles in allem ist der Aktivurlaub in Österreich unschlagbar. Mit den Emissionen des Karibikurlaubes können Wanderbegeisterte sogar 730-mal Urlaub machen. Urlaub daheim ist also auch aus Nachhaltigkeitssicht zu Recht der Favorit der ÖsterreicherInnen.

CO2-Verbrauch vor Ort

Neben der Mobilität sind natürlich auch weitere Bereiche bei der Urlaubsgestaltung von Bedeutung. Bei der Unterkunft sollte auf eine möglichst nachhaltige Bewirtschaftung geachtet werden, das Umweltzeichen-Gütesiegel für Tourismusbetriebe zeichnet zum Beispiel nachhaltig geführte Betriebe aus. Bei der Verpflegung sind regionale und saisonale Lebensmittel die erste Wahl; so kann der CO2 Fußabdruck klein gehalten und gleichzeitig die Besonderheiten der Urlaubsregionen genossen werden. Übrigens sieht die Ökobilanz vor Ort auch bei Kreuzfahrtschiffen besonders schlecht aus, da die Infrastruktur an Bord zum größten Teil von den Schiffsmotoren aufrechterhalten wird.

Weiterführende Links:

Hintergrundinformationen zum Klimawandel
Wir-leben-nachhaltig: Klimafreundlich Urlauben
Atmosfair: Treibhausgase der Urlaubsreise kompensieren
Österreichisches Umweltzeichen: Umweltzeichen für Tourismusbetriebe

Quellen:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/tourismus/reisegewohnheiten/index.html
http://www.oerv.at/de/uploads/pdf/Branchenbarometer/OERVZahlenFakten2015.pdf

Berechnungsgrundlagen: Die Emissionen für Flugreise und Kreuzfahrt wurden mit der CO2-Kompensationsplattform „atmosfair“ berechnet. Beim PKW wurde ein Verbrauch von 7 Liter Benzin pro 100 Kilometer angenommen, am Urlaubsort werden zusätzlich 500 Kilometer für Ausflüge usw. gefahren. Die Emissionen einer Zugfahrt betragen laut ÖBB im Jahr 2016 14,1 Gramm pro Person und Kilometer.

Letzte Aktualisierung: 14.06.2017