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NÖ Naturdenkmäler im Waldviertel

Naturjuwele erstmals elektronisch erfasst
Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 26. Februar 2015

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© Robert Herbst

Seit Kurzem sind die 1.400 Naturdenkmäler Niederösterreichs elektronisch erfasst. Die Erhaltung von Naturdenkmälern ist vor allem aufgrund ihrer wissenschaftlichen, historischen oder kulturellen Bedeutung wichtig. Außerdem prägen sie die Schönheit des niederösterreichischen Landschaftsbildes.

In Niederösterreich sind neben den über 1.100 Einzelbäumen, Baumgruppen, Alleen und Parks auch Quellen, Wasserfälle, Höhlen, markante Felsbildungen oder Schluchten gemäß NÖ Naturschutzgesetz als so genannte Naturdenkmäler ausgewiesen. „Unser Naturland Niederösterreich ist reich an schützenswerten Flächen, von den großen Nationalparks und unserem einzigartigen Wildnisgebiet bis hin zu Kleinoden wie den 1.400 Naturdenkmälern. An diesen Denkmälern dürfen keinerlei Veränderungen oder Eingriffe vorgenommen werden, hier hat die Natur Vorrang“, erklärt Landesrat Dr. Stephan Pernkopf die Besonderheit von Naturdenkmälern. 

Waldviertel ist steinreich
Der Norden Niederösterreichs ist eine mystische Landschaft, die geprägt ist von Wasser, Wald und Stein. Durch die andauernde Verwitterung und Landhebung gelangten riesige Steinkolosse an die Oberfläche, die heute als Restlinge bezeichnet werden. Im Gegensatz zu ihnen sind Findlinge durch die eiszeitlichen Gletscher herangeschleppt worden und sind wie zufällig in der Landschaft liegen geblieben. Wackelsteine wurden durch Erosion so abgerundet, dass sie nur mehr an einer kleinen Stelle aufliegen und von einem Menschen in Schwingung versetzt werden können.

Viele der Steine fielen in der Vergangenheit der Flurbereinigung zum Opfer und wurden einfach gesprengt. Einige der Steine sind jedoch erhalten geblieben und stehen unter Schutz. Allein in Altmelon im Waldviertler Hochland, Bezirk Zwettl, finden sich 15 Felsgruppen und Einzelsteine, im Nahe gelegenen Arbesbach sind es sogar 22. Sie haben klingende Namen wie etwa Gletschermühle, Niglstoan und Kirlingstein. Und auch die Gegend um Gmünd ist reich an Zeugen aus grauer Vorzeit. Striezel und Scherzel, Vierharteln und Teufelsbett hat sie der Volksmund hier getauft.

Wild ist die Landschaft im Waldviertel
Die Wild ist ein großes Waldgebiet zwischen Göpfritz und Allentsteig. Neben Fichten-Monokulturen finden sich hier noch Erlenbruchwälder, Moore, Feuchtgebiete und Pfeifengraswiesen. Das Gebiet ist reich an seltenen Pflanzen und Tieren. Allein an die 90 Vogelarten kommen hier vor, darunter Seeadler, Uhu, Schwarzstorch und Ziegenmelker. Neben dem Ellendser Moor ist auch der Feuchtwiesenkomplex in Blumau an der Wild als Naturdenkmal ausgewiesen. Hier finden sich die unterschiedlichsten Vegetationstypen mit Feuchtwiesen, Niedermooren und Hochstaudenfluren. Seit einigen Jahren unterstützt der Naturschutzbund NÖ lokale Gruppen dabei, das Gebiet durch eine jährliche Mahd zu erhalten.

Rauschendes Wasser und gewaltige Granitblöcke in einer romantischen Schlucht
Der Lohnbachfall am Oberlauf des Kleinen Kamp ist ein besonders sehenswertes Naturdenkmal. Besonders in der Zeit nach der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen gibt es hier ein wuchtiges Naturschauspiel zu erleben. Im oberen Teil verdecken gewaltige Granitblöcke das Bachbett, im unteren Abschnitt der Schlucht stürzt der Lohnbach über mehrere Kaskaden in die Tiefe. Über einen gesicherten Steig gelangt man zur Steinernen Stube. Diese Höhle soll der Sage nach den BewohnerInnen der Umgebung einst als Fluchtstätte vor Riesen und später auch vor kriegerischen Ereignissen gedient haben.

Naturschutz im Netz
Mit dem neuen elektronischen Naturschutzbuch haben alle Interessierten die Möglichkeit, rasch und unbürokratisch Informationen zu Naturdenkmälern in Niederösterreich zu erhalten. Was bisher in den Naturschutzbüchern der Bezirkshauptmannschaften und des Landes NÖ ruhte, gibt es nun einfach verfügbar im Internet. „In Niederösterreich sind rund 1.400 Naturdenkmäler ausgewiesen, die nun per Mausklick aufgerufen werden können. Nach Bezirken geordnet, gibt es unter dem Link www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz/Schutzgebiete-und-Naturdenkmaeler/Schutzgebiete_Naturdenkmaeler  zu jedem Naturdenkmal Pläne, Karten, Bescheide und auch Fotos. Am besten gleich informieren, welche Naturdenkmäler in der Nähe zu finden sind und sie als Ziel für den nächsten Ausflug nutzen“, ruft Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs „Natur & Ressourcen“ der Energie- und Umweltagentur NÖ auf. Für Smartphone- und Tablet-UserInnen gibt es außerdem eine hilfreiche App: Die Naturland App ist eine praktische Anwendung, die das Finden von Naturdenkmälern in der Nähe mit nur einem Klick ermöglicht. In Sekundenschnelle zeigt die App Denkmäler verschiedenster Kategorien und liefert Informationen über die niederösterreichischen Schutzgebiete.

Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte sämtliche Informationen über die heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt Niederösterreichs und zahlreiche Möglichkeiten selbst einen Beitrag zu Erhalt und Schutz zu leisten! Außerdem gibt es auf www.naturland-noe.at regelmäßig attraktive Gewinnspiele!

Für JournalistInnenrückfragen:
Energie- und Umweltagentur NÖ
Mag.a (FH) Christine Sitter-Penz
Pressereferentin
Tel. 02742 219 19-137
christine.sitter-penz@enu.at, www.enu.at
Foto 1: Landesrat Pernkopf.jpg
Bildnachweis: Weinfranz
Foto 2: Waldviertel_Blockheide_Niederösterreich Werbung Robert Herbst.jpg
Hier finden Sie die Bilder zum kostenlosen Download: Pressefotos
Bildnachweis: Robert Herbst
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