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NÖ Naturdenkmäler im Weinviertel

Naturjuwele erstmals elektronisch erfasst
Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 26. Februar 2015

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© Elke Wolfbeisser

Seit Kurzem sind die 1.400 Naturdenkmäler Niederösterreichs elektronisch erfasst. Die Erhaltung von Naturdenkmälern ist vor allem aufgrund ihrer wissenschaftlichen, historischen oder kulturellen Bedeutung wichtig. Außerdem prägen sie die Schönheit des niederösterreichischen Landschaftsbildes.

In Niederösterreich sind neben den über 1.100 Einzelbäumen, Baumgruppen, Alleen und Parks auch Quellen, Wasserfälle, Höhlen, markante Felsbildungen oder Schluchten gemäß NÖ Naturschutzgesetz als so genannte Naturdenkmäler ausgewiesen. „Unser Naturland Niederösterreich ist reich an schützenswerten Flächen, von den großen Nationalparks und unserem einzigartigen Wildnisgebiet bis hin zu Kleinoden wie den 1.400 Naturdenkmälern. An diesen Denkmälern dürfen keinerlei Veränderungen oder Eingriffe vorgenommen werden, hier hat die Natur Vorrang“, erklärt Landesrat Dr. Stephan Pernkopf die Besonderheit von Naturdenkmälern. 

Weinviertel besonders reich an Trockenstandorten
In den March-Thaya-Auen gibt es eine für Österreich einzigartige Salzvegetation. Das Salzsteppengebiet und die Alkalisteppe bei Kirchberg, Nahe Marchegg, stellen besonders wertvolle, von Salz geprägte Lebensräume mit einer spezialisierten Flora und Fauna dar. Salz-Beifuß, Grau-Aster und Salz-Hasenohr finden hier ihr einziges Vorkommen in Niederösterreich. Beide Standorte sind als Naturdenkmal ausgewiesen. Durch das Absinken des Grundwasserspiegels sind diese Lebensräume akut gefährdet. Der Salztransport aus tieferen Bodenschichten an die Bodenoberfläche wird unterbrochen, wodurch es zu einem unerwünschten Einwandern von Sträuchern wie Weißdorn oder Schlehe kommt. Das Verschwinden der Weidewirtschaft verstärkt diese Entwicklung. Damit ist dringend Handlungsbedarf gegeben. Kurzfristige Schutzmaßnahmen bestehen in der Entfernung von Gehölzen und einer zumindest gelegentlichen Mahd oder Beweidung der Flächen. Eine nachhaltige Wirkung ist jedoch nur durch die Wiederherstellung höherer Grundwasserstände möglich.

Galgenberg in Oberstinkenbrunn als „Blumenberg“ bekannt
Das etwa zwei Hektar große Gebiet ist seit 1972 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kernbereich ist im Besitz des Naturschutzbundes NÖ. Auf dem für das Weinviertel typischen Trockenrasen in der Gemeinde Wullersdorf wachsen botanische Kostbarkeiten wie Frühlings-Adonis, Kreuzblümchen und der imposante Diptam. Durch unregelmäßige Pflege und fehlende Weidewirtschaft setzte eine immer intensiver voranschreitende Verbrachung und Verbuschung des Trockenrasens ein. 1999 wurde mit ersten Maßnahmen in Form extensiver Beweidung und einem Zurückschneiden der Sträucher begonnen. Unter der tatkräftigen Mithilfe von Gemeinde und Feuerwehr, aber auch der Kinder und Lehrer der Freiraumschule Kritzendorf wurde die Trockenrasenpflege am Galgenberg auch im neuen Jahrtausend fortgesetzt.

In Staatz geben sich Natur und Kultur ein Stelldichein
Die Staatzer Klippe ist eine imposante Kalkformation, die durch Erosion freigelegt wurde und das flache Land um gute 100 Meter überragt. Gekrönt wird sie von der Burgruine mit der Felsenbühne. Sie zählt mit 1.200 Plätzen zu den größten Open Air-Bühnen in Niederösterreich. Die Hänge der Staatzer Klippe zeigen bemerkenswerte Felssteppen und Trockenrasen. Durch die jahrhundertelange Nutzung als Wehrburg wurde der Berg von Gehölzen freigehalten. Somit konnte sich eine spezielle pannonische Vegetation entwickeln. Heute ist die Klippe in weiten Teilen wieder bewaldet oder bebuscht. Ohne Pflegemaßnahmen drohen die noch vorhandenen Trockenstandorte zusammen mit den seltenen Arten zu verschwinden.

Naturschutz im Netz
Mit dem neuen elektronischen Naturschutzbuch haben alle Interessierten die Möglichkeit, rasch und unbürokratisch Informationen zu Naturdenkmälern in Niederösterreich zu erhalten. Was bisher in den Naturschutzbüchern der Bezirkshauptmannschaften und des Landes NÖ ruhte, gibt es nun einfach verfügbar im Internet. „In Niederösterreich sind rund 1.400 Naturdenkmäler ausgewiesen, die nun per Mausklick aufgerufen werden können. Nach Bezirken geordnet, gibt es unter dem Link www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz/Schutzgebiete-und-Naturdenkmaeler/Schutzgebiete_Naturdenkmaeler zu jedem Naturdenkmal Pläne, Karten, Bescheide und auch Fotos. Am besten gleich informieren, welche Naturdenkmäler in der Nähe zu finden sind und sie als Ziel für den nächsten Ausflug nutzen“, ruft Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs „Natur & Ressourcen“ der Energie- und Umweltagentur NÖ auf. Für Smartphone- und Tablet-UserInnen gibt es außerdem eine hilfreiche App: Die Naturland App ist eine praktische Anwendung, die das Finden von Naturdenkmälern in der Nähe mit nur einem Klick ermöglicht. In Sekundenschnelle zeigt die App Denkmäler verschiedenster Kategorien und liefert Informationen über die niederösterreichischen Schutzgebiete.

Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte sämtliche Informationen über die heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt Niederösterreichs und zahlreiche Möglichkeiten selbst einen Beitrag zu Erhalt und Schutz zu leisten! Außerdem gibt es auf www.naturland-noe.at regelmäßig attraktive Gewinnspiele!

Für JournalistInnenrückfragen:
Energie- und Umweltagentur NÖ
Mag.a (FH) Christine Sitter-Penz
Pressereferentin
Tel. 02742 219 19-137
christine.sitter-penz@enu.at, www.enu.at
Foto 1: Landesrat Pernkopf.jpg
Bildnachweis: Weinfranz
Foto 2: Weinviertel_Staatzer Berg_Elke Wolfbeisser.jpg
Hier finden Sie die Bilder zum kostenlosen Download: Pressefotos
Bildnachweis: Elke Wolfbeisser
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