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NÖ Naturdenkmäler in der Region NÖ Süd

Naturjuwele erstmals elektronisch erfasst
Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 26. Februar 2015

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© Reinhard Steiger

Seit Kurzem sind die 1.400 Naturdenkmäler Niederösterreichs elektronisch erfasst. Die Erhaltung von Naturdenkmälern ist vor allem aufgrund ihrer wissenschaftlichen, historischen oder kulturellen Bedeutung wichtig. Außerdem prägen sie die Schönheit des niederösterreichischen Landschaftsbildes.

In Niederösterreich sind neben den über 1.100 Einzelbäumen, Baumgruppen, Alleen und Parks auch Quellen, Wasserfälle, Höhlen, markante Felsbildungen oder Schluchten gemäß NÖ Naturschutzgesetz als so genannte Naturdenkmäler ausgewiesen. „Unser Naturland Niederösterreich ist reich an schützenswerten Flächen, von den großen Nationalparks und unserem einzigartigen Wildnisgebiet bis hin zu Kleinoden wie den 1.400 Naturdenkmälern. An diesen Denkmälern dürfen keinerlei Veränderungen oder Eingriffe vorgenommen werden, hier hat die Natur Vorrang“, erklärt Landesrat Dr. Stephan Pernkopf die Besonderheit von Naturdenkmälern. 

Allander Tropfsteinhöhle eines der ältesten Naturdenkmäler in NÖ
Die Höhle im 476 Meter hoch gelegenen Buchberg ist seit 1928 als Schauhöhle öffentlich zugänglich und wurde 1941 zum Naturdenkmal erklärt. Durch enge Gänge, Leitern und Brücken gelangt man in die 70 Meter lange und bis zu 12 Meter tiefe Höhle. Sie weist unter allen Höhlen des Wienerwaldes den weitaus reichsten Tropfsteinschmuck auf. Wasserschlote, Laugungsnischen, Perlsinter, Bergmilch und Deckenzapfen können während der Führung besichtigt werden. Die Hauptattraktion ist ein vollständig erhaltenes, 10.000 Jahre altes Skelett einer Braunbärin. Die Fauna und Flora der Höhle steht regelmäßig im Zentrum internationaler Forschungen. Durch die Gesteinsfugen der Höhlendecke dringen Wurzeln oberirdischer Pflanzen ein. Diese Nähe zur Oberfläche begünstigt ein reiches, unterirdisches Leben. Es gibt unter anderem Höhlenheuschrecken, Schmetterlinge, Höhlenspinnen, Weberknechte und andere Tiere.

Myrafälle schon vor mehr als 200 Jahren beliebtes Reiseziel
Aus einer Höhle in den Gutensteiner Alpen im südlichen Niederösterreich entspringt die Myra, die im Gemeindegebiet von Muggendorf ein beeindruckendes Naturschauspiel bietet. Täglich stürzen hier fünf Millionen Liter Wasser über eine Gesamthöhe von 125 Metern ins Tal. Die Myrafälle finden erstmals 1802 in Reiseberichten Erwähnung und wurden 1885 vom Österreichischen Touristenclub begehbar gemacht. Über 26 Brücken und zahlreiche Stiegen und Stege kann man die Wander- und Wasserwelt erfahren. Elf Themenstationen geben Auskunft über die Tier- und Pflanzenwelt, die ursprüngliche Nutzung der Wasserfälle für die Stromproduktion oder die traditionelle Pechgewinnung in den Föhrenwäldern der Umgebung. Eine Tafel am Eingang zu den Wasserfällen erinnert übrigens an hohen Besuch. 1801 statteten Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz II. der Myra einen Besuch ab.

Viele Schlossparke im südlichen Niederösterreich sind Naturdenkmal
Die großzügig angelegten Landschaftsgärten des Barock sind heute mit ihren alten Baumbeständen oft wertvolle Rückzugsräume für seltene Pflanzen und Tiere. Das um 1130 erbaute Wasserschloss in Pottendorf war einst ein bedeutendes kulturelles Zentrum und lange im Besitz der Familie Eszterhazy. Der von der Fischa durchflossene Garten zählte zu den bedeutendsten seiner Art. Nach 1945 wurden Schloss und Park dem Verfall preisgegeben, bis 2006 die Gemeinde Pottendorf das Areal erwarb. 2009 konnte der seit 1979 als Naturdenkmal ausgewiesene Park wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Forellen und Barsche tummeln sich in der Fischa, Biber und Graureiher besiedeln die Feuchtgebiete, Eulen und andere Vogelarten haben die alte Ruine erobert. Der Park ist somit Lebensraum für Fauna und Flora und im gleichen Maße Erholungsraum für die Menschen.

Naturschutz im Netz
Mit dem neuen elektronischen Naturschutzbuch haben alle Interessierten die Möglichkeit, rasch und unbürokratisch Informationen zu Naturdenkmälern in Niederösterreich zu erhalten. Was bisher in den Naturschutzbüchern der Bezirkshauptmannschaften und des Landes NÖ ruhte, gibt es nun einfach verfügbar im Internet. „In Niederösterreich sind rund 1.400 Naturdenkmäler ausgewiesen, die nun per Mausklick aufgerufen werden können. Nach Bezirken geordnet, gibt es unter dem Link www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz/Schutzgebiete-und-Naturdenkmaeler/Schutzgebiete_Naturdenkmaeler  zu jedem Naturdenkmal Pläne, Karten, Bescheide und auch Fotos. Am besten gleich informieren, welche Naturdenkmäler in der Nähe zu finden sind und sie als Ziel für den nächsten Ausflug nutzen“, ruft Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs „Natur & Ressourcen“ der Energie- und Umweltagentur NÖ auf. Für Smartphone- und Tablet-UserInnen gibt es außerdem eine hilfreiche App: Die Naturland App ist eine praktische Anwendung, die das Finden von Naturdenkmälern in der Nähe mit nur einem Klick ermöglicht. In Sekundenschnelle zeigt die App Denkmäler verschiedenster Kategorien und liefert Informationen über die niederösterreichischen Schutzgebiete.

Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte sämtliche Informationen über die heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt Niederösterreichs und zahlreiche Möglichkeiten selbst einen Beitrag zu Erhalt und Schutz zu leisten! Außerdem gibt es auf www.naturland-noe.at regelmäßig attraktive Gewinnspiele!

Für JournalistInnenrückfragen:
Energie- und Umweltagentur NÖ
Mag.a (FH) Christine Sitter-Penz
Pressereferentin
Tel. 02742 219 19-137
christine.sitter-penz@enu.at, www.enu.at
Foto 1: Landesrat Pernkopf.jpg - Bildnachweis: Weinfranz
Foto 2: NÖ Süd_Myrafälle_Reinhard Steiger.jpg - Bildnachweis: Reinhard Steiger
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