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NÖ Naturdenkmäler in NÖ Mitte

Naturjuwele erstmals elektronisch erfasst
Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 26. Februar 2015

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© Ingrid Leutgeb-Born

Seit Kurzem sind die 1.400 Naturdenkmäler Niederösterreichs elektronisch erfasst. Die Erhaltung von Naturdenkmälern ist vor allem aufgrund ihrer wissenschaftlichen, historischen oder kulturellen Bedeutung wichtig. Außerdem prägen sie die Schönheit des niederösterreichischen Landschaftsbildes.

In Niederösterreich sind neben den über 1.100 Einzelbäumen, Baumgruppen, Alleen und Parks auch Quellen, Wasserfälle, Höhlen, markante Felsbildungen oder Schluchten gemäß NÖ Naturschutzgesetz als so genannte Naturdenkmäler ausgewiesen. „Unser Naturland Niederösterreich ist reich an schützenswerten Flächen, von den großen Nationalparks und unserem einzigartigen Wildnisgebiet bis hin zu Kleinoden wie den 1.400 Naturdenkmälern. An diesen Denkmälern dürfen keinerlei Veränderungen oder Eingriffe vorgenommen werden, hier hat die Natur Vorrang“, erklärt Landesrat Dr. Stephan Pernkopf die Besonderheit von Naturdenkmälern. 

Sagenhafte Wachau
Die Teufelsmauer, eine markante Felsformation an der Donau zwischen Spitz und St. Johann in der Wachau, ist seit 1929 Naturdenkmal. Der Sage nach wollte der Teufel an dieser Stelle eine Mauer errichten, um die obere Wachau zu überfluten. In einer Nacht sollte das Bauwerk fertig sein, wenn nicht, so würde die Mauer mit dem ersten Hahnenschrei in sich zusammenbrechen. Der schlaue Teufel kaufte alle Hähne der Wachau, nur einen übersah er. Und genau dieser Hahn einer alten Frau aus St. Johann begann im Morgengrauen zu krähen und brachte die Mauer zum Einsturz. Die Überreste des Bauwerks werden seitdem Teufelsmauer genannt. Heute führt durch den Felsvorsprung Österreichs kürzester Eisenbahntunnel. Genau 12,43 Meter lang verschwindet hier die Donauuferbahn im Berg.

Naturjuwel mitten in der Stadt: Siebenbründl in St. Pölten
Das rund 4,2 Hektar große Feuchtbiotop im Ortsteil Ratzersdorf wurde 1993 von der Stadt erworben und zum Naturdenkmal erklärt. Es stellt den EU-weit gefährdeten Lebensraumtyp der Kalktuffquellen dar. Mehrere Quellen stoßen hier an die Oberfläche und speisen Tümpel und Quellflure mit glasklarem Grundwasser. Durch die extreme Nährstoffarmut des Wassers hat sich eine ganz besondere Flora entwickeln können. Neben Orchideenwiesen mit Breitblättrigem Fingerknabenkraut oder Breitblättriges Wollgras finden sich hier Prachtnelken, Wollgras und die charakteristischen Horste der Rispensegge. An bachbegleitenden Ufergehölzen sind Kopfweiden, Grauerlen, Traubenkirschen, Weißdorn, Hartriegel und Liguster anzutreffen. Sie dienen als Lebensraum für über 30 Vogelarten, darunter Seltenheiten wie Sperber und Girlitz. Die angrenzenden Felder wurden in Wiesen umgewandelt, um den Nährstoffeintrag zu minimieren. Seit 1998 wir das Schilf einmal im Jahr von Freiwilligen gemäht, um Lebensraum für die Orchideen zu schaffen.

Seit 40 Jahren Karpfenzucht im Teich in Sitzenberg-Reidling
Große Teile der umliegenden parkähnlichen Landschaft sind als Naturdenkmal ausgewiesen. Unter dem Gütesiegel der „Naturnahen Teichwirtschaft“ werden hier Karpfen von höchster Qualität für den traditionellen Weihnachtsfischmarkt gezüchtet. Die ökologisch-naturnahe Bewirtschaftungsform wird unter anderem von der ÖKO-Station Waldviertel kontrolliert. Durch geringen Besatz ernähren sich die Fische weitgehend von Naturfutter, das in dem rund 10 Hektar großen Teich von selbst heranwächst. Die Arbeit wird ausschließlich von freiwilligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen übernommen. Ende Oktober findet dann alljährlich das traditionelle Abfischfest in Sitzenberg statt.

Naturschutz im Netz
Mit dem neuen elektronischen Naturschutzbuch haben alle Interessierten die Möglichkeit, rasch und unbürokratisch Informationen zu Naturdenkmälern in Niederösterreich zu erhalten. Was bisher in den Naturschutzbüchern der Bezirkshauptmannschaften und des Landes NÖ ruhte, gibt es nun einfach verfügbar im Internet. „In Niederösterreich sind rund 1.400 Naturdenkmäler ausgewiesen, die nun per Mausklick aufgerufen werden können. Nach Bezirken geordnet, gibt es unter dem Link www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz/Schutzgebiete-und-Naturdenkmaeler/Schutzgebiete_Naturdenkmaeler zu jedem Naturdenkmal Pläne, Karten, Bescheide und auch Fotos. Am besten gleich informieren, welche Naturdenkmäler in der Nähe zu finden sind und sie als Ziel für den nächsten Ausflug nutzen“, ruft Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs „Natur & Ressourcen“ der Energie- und Umweltagentur NÖ auf. Für Smartphone- und Tablet-UserInnen gibt es außerdem eine hilfreiche App: Die Naturland App ist eine praktische Anwendung, die das Finden von Naturdenkmälern in der Nähe mit nur einem Klick ermöglicht. In Sekundenschnelle zeigt die App Denkmäler verschiedenster Kategorien und liefert Informationen über die niederösterreichischen Schutzgebiete.

Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte sämtliche Informationen über die heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt Niederösterreichs und zahlreiche Möglichkeiten selbst einen Beitrag zu Erhalt und Schutz zu leisten! Außerdem gibt es auf www.naturland-noe.at regelmäßig attraktive Gewinnspiele!

Für JournalistInnenrückfragen:
Energie- und Umweltagentur NÖ
Mag.a (FH) Christine Sitter-Penz
Pressereferentin
Tel. 02742 219 19-137
christine.sitter-penz@enu.at, www.enu.at
Foto 1: Landesrat Pernkopf.jpg - Bildnachweis: Weinfranz
Foto 2: NÖ Mitte_Siebenbründl.jpg – Bildnachweis: DIinIngrid Leutgeb-Born
Hier finden Sie die Bilder zum kostenlosen Download: Pressefotos
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