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Österreichische Natur des Jahres 2014

Niederösterreichs Artenvielfalt ist beeindruckend und muss geschützt werden. Fast alle Vertreter der „Natur des Jahres 2014“ sind auch im Naturland Niederösterreich heimisch.

Grünspecht
© kavcic@arcor.de - Fotolia.com

Diverse Organisationen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz wählen jedes Jahr Pflanzen und Tiere zur „Natur des Jahres“. Damit wird auf bedrohte Tiere und Pflanzen bzw. deren Lebensräume hingewiesen. Teilweise werden dabei Arten für den gesamten deutschsprachigen Raum gewählt, teilweise unterscheiden sie sich aufgrund spezifischer thematischer Hintergründe.

Baum des Jahres: Rotbuche 

Die Rotbuche ist ein wärmeliebender Laubbaum und ist die am häufigsten vorkommende Baumart im Wienerwald. Sie wächst in Höhenlagen zwischen 500 und 1.500 Metern und erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Der Durchmesser des Stammes kann bis zu zwei Meter betragen und der Baum bis zu 300 Jahre alt werden. Ihren Namen erhielt die Rotbuche aufgrund ihres leicht rötlich schimmernden Holzes. Das Holz der Rotbuche findet sowohl als Möbelholz als auch im Innenausbau und in der Viskoseproduktion Anwendung.

Blume des Jahres: Schwanenblume

Sie ist eine hellrosa blühende Röhrichtpflanze, welche vorwiegend in weniger dynamischen Au-Bereichen mit humosen Schlammböden vorkommt, zum Beispiel im Nationalpark Donau-Auen. Sie erreicht Höhen zwischen 50 und 150 Zentimeter und blüht zwischen Juni und August. Die auffällige Blütenpracht duftet nach Honig und lockt zahlreiche Insekten an. Bienen und Hummeln sorgen auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen, der weltweite Wert davon wird auf 29 bis 74 Milliarden Euro geschätzt.

Fisch des Jahres: Sterlet

Der etwa einen halben Meter große Sterlet gehört zur Familie der Störartigen und ist nicht nur der kleinste Vertreter, sondern auch der letzte in Österreich heimische. Die Störe blicken auf eine lange Geschichte zurück, sie schwammen bereits vor 200 Millionen Jahren durch die Fließgewässer dieser Welt. Der Sterlet ist ein reiner Süßwasserstör, der sich auf der „roten Liste der gefährdeten Arten“ befindet. Querbauten und Kraftwerke hindern die Störe beim Aufstieg in die Laichgewässer, wodurch der Bestand aller Störarten stark geschrumpft ist und manche Arten fast ausgestorben sind. 

Insekt des Jahres: Goldschildfliege

Das Leben der relativ seltenen Goldschildfliege dauert nur wenige Wochen. Sie lebt in Waldgebieten und an Waldrändern, während sie den Nektar auf blühenden Hochstaudenfluren und Halbtrockenrasen sammelt. Die Männchen sind mit einem Zentimeter Körperlänge relativ groß und die Flügel sind auffallend bunt und schön gefärbt. Die Weibchen hingegen haben einen dunklen Körper und durchsichtige, unauffällige Flügel und ebenso wie die Männchen rote Augen. Nach der Paarung suchen die Weibchen am Waldrand nach Wirtstieren um ihre Eier abzulegen – dazu dienen meist die Larven großer Wanzen.

Lurch des Jahres: Gelbbauchunke

Sie ist ein Meister der Tarnung, da sie – zumindest von oben betrachtet – eine unauffällige graubraune bis lehmgelbe Rückenfärbung aufweist. Die Unterseite ihres Bauches allerdings ist gelb-schwarz gemustert und macht sie damit zu einem der auffälligsten Froschlurche. Aufgrund des menschlichen Verhaltens schwinden die Lebensräume der Gelbbauchunke zusehends und sie siedelt sich häufig in Abbaugruben und auf militärischen Übungsplätzen an. Die vier bis fünf Zentimeter lange Unke nutzt ihre leuchtend gelben Körperpartien um Feinde zu erschrecken und abzuwehren.

Vogel des Jahres: Grünspecht

Die bevorzugten Lebensräume des farbenfrohen Vogels stellen lichte Wälder und Streuobstwiesen dar. Doch auch in Gärten und Parkanlagen hat der Vogel mit dem lachenden Gesang bereits Einzug gehalten. In Österreich gibt es derzeit etwa 10.000 Brutpaare, doch die kalten Winter und die Abhängigkeit von alten Bäumen und mageren Wiesen machen ihm zu schaffen. Seine bevorzugte Nahrung stellen Ameisen dar, welche er mit seiner langen Zunge aus dem Nest holt.

Weichtier des Jahres: Spitze Sumpfdeckelschnecke

Die heimische Wasserschnecke verliert zusehends ihre Lebensräume und findet sich in Österreich, Bayern und der Schweiz auf den „roten Listen der gefährdeten Tierarten“. Sie atmet über Kiemen und verfügt über einen Deckel, den sie bei Bedarf schließen kann. Die Spitze Sumpfdeckelschnecke lebt in stehenden Gewässern, wie pflanzenreichen Tümpeln  und Auen sowie Moorgräben. In Niederösterreich findet man sie sehr häufig im Nationalpark Donau-Auen.

Engagieren Sie sich für die NÖ Artenvielfalt!

Eine intakte und gesunde Natur erbringt für uns wichtige Leistungen, weshalb ihr Schutz sehr wichtig ist. Einen Beitrag dazu kann jede und jeder von uns leisten: Wenn auch Sie sich engagieren möchten, finden Sie Informationen dazu auf www.naturland-noe.at.