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Chlorid

Probleme mit Chlorid

Chlorid ist unentbehrlich für den menschlichen Körper und wichtig für Wasserhaushalt, Nervenleitung, Herzrhythmus, Muskelarbeit, Verdauung und Knochenaufbau. Es ist ein Bestandteil der Magensäure, kommt im Blutplasma vor und ist für das Gleichgewicht im Säure-Basenhaushalt wichtig.

Gesundheitliche Aspekte

Unsere Ernährung enthält ausreichend Chlorid. Es gibt kaum Probleme, zu geringe Mengen an Chlorid aufzunehmen. Der Mensch kann die Chloridmenge im Körper hauptsächlich über die Niere (Harn) regulieren. Zu einem kleinen Teil wird das Chlorid über Stuhl und Schweiß ausgeschieden.

Chlorid wird hauptsächlich zusammen mit Natrium in Form von Speisesalz (NaCl) aufgenommen. Der Mensch nimmt mit der üblichen Nahrung täglich zwischen 3 und 12 Gramm Chlorid auf, das entspricht 5 bis 20 Gramm Speisesalz (NaCl). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt den minimalen Bedarf an Chlorid für Erwachsene auf 830 mg/Tag – das sind rund 1,4 Gramm Kochsalz. Bei starkem Schwitzen steigen der Natrium- und Chloridbedarf proportional an. Chlorid kommt im Körper und in Lebensmitteln meist zusammen mit Natrium oder Kalium vor. Es ist an der Regulation des Wasserhaushaltes des Körpers beteiligt. Hoher Salzkonsum steht in Verdacht, bei manchen Menschen zu Bluthochdruck zu führen.

Chlorid beeinflusst in niedrigen Konzentrationen den Geschmack des Wassers positiv. Je nach der übrigen Zusammensetzung des Wassers kann schon ab ca. 120 mg/l Chlorid (das entspricht etwa 200 mg/l gelöstem Kochsalz) von manchen Personen ein salzartiger Geschmack wahrgenommen werden. Die Grenze der Genießbarkeit liegt bei 400 mg/l Chlorid, das entspricht etwa 660 mg/l gelöstem Kochsalz .

Technische Aspekte

Eine hohe Chloridkonzentration im Wasser kann zu Korrosion von Metallen und Beton führen. Insbesondere bei Metallrohren und einer Wasserhärte kleiner 10°dH muss schon bei einem Chloridgehalt von 100 mg/l mit Schäden gerechnet werden. Im Warmwasserbereich können bei Metallrohren Korrosionsschäden bereits ab einem Chloridgehalt von 50 bis 60 mg/l auftreten. Auch bei Kunststoffrohren können hauptsächlich im Warmwasserbereich hohe anorganische Salzwerte zu Korrosionen führen. Daher sollten Sie bei Chloridwerten, die über den angeführten Richtwerten liegen, Rücksprache mit dem Rohrhersteller halten, ob die Rohre eine entsprechende Eignung aufweisen. 

Nur eine technische Wasseranalyse lässt eine Beurteilung der Wechselwirkung zwischen Wasser und Installationsmaterial zu. Die technische Wasseranalyse hat nach der Normenserie ÖNORM EN 12.502 (Teil 1 – 5, mit Berechnung von S1, S2, S3) und zusätzlicher Berechnung der Calcitlösekapazität nach ÖNORM 6612 zu erfolgen. Ergibt diese ÖNORM-Prüfung eine erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeit, so geben seriöse Untersuchungsanstalten auch Empfehlungen zur Materialauswahl sowie zu geeigneten Korrosionsschutzmitteln bzw. Aufbereitungsmaßnahmen. Siehe auch Lebensmittelcodex Kapitel B1, Anhang 8: www.lebensmittelbuch.at.