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Nachberichte

RADLakademie: Radfahren mit Kindern

Radfahren mit Kindern, damit beschäftigte sich die dritte RADLakademie am 23. Oktober 2014 in St. Pölten. Mehr als 40 GemeindevertreterInnen und Mobilitätsbeauftragte informierten sich über rechtliche Aspekte, Sicherheit und die richtige Ausstattung von Rad und RadfahrerIn. Vorgestellt wurden außerdem Vorzeigeprojekte in NÖ, die Kinder fürs Radln begeistern.

3. Radlakademie
© Ch.Sitter-Penz, eNu

Der immer dichter werdende Straßenverkehr vor Kindergärten und Schulen und die für Eltern unsicher erscheinenden Schulwege führen dazu, dass Kinder weniger mit dem Rad unterwegs sind. GemeindevertreterInnen und Mobilitätsbeauftragte stehen vor der Herausforderung, die Wege wieder sicherer und die Kinder fit fürs Radfahren zu machen. Das notwendige Know-how und Motivation bot die dritte RADLakademie am 23. Oktober 2014 in St. Pölten. Denn es ist wichtig, dass Kinder regelmäßig in die Pedale treten. Radfahren schult die motorischen Fähigkeiten, verbessert die Koordination, hält fit und macht Spaß. Außerdem werden die Kinder zu Vorbildern für umweltfreundliche Mobilität in ihrer Gemeinde.

Mehr Sicherheit durch bessere Infrastruktur und Prävention

DI Klaus Robatsch, Bereichsleiter „Forschung und Wissensmanagement“ beim Kuratorium für Verkehrssicherheit präsentierte den TeilnehmerInnen Zahlen zu Verkehrsunfällen mit Kindern. Zwar geht die Zahl der Verunglückten zurück, die Zahl der beim Zufußgehen oder Radfahren tödlich verunglückten Kinder steigt aber. Durch infrastrukturelle Maßnahmen wie einer Trennung von Straßen- und Radverkehr ab einer Kraftfahrzeugsgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde und Präventionsarbeit lässt sich einiges verbessern. Auch die seit Mai 2011 geltende Helmpflicht für Kinder bis 12 Jahre hat viele schwere Unfälle verhindert.

Den sicheren Umgang mit dem eigenen Fahrrad, berichtete Peter Jahn bei der RADLakademie, üben jährlich mehr als 12.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren bei den AUVA Radfahrworkshops.

Ein Kinderfahrrad ist kein Fahrrad

Mag. Nikolaus Authried, Jurist beim ÖAMTC, klärte die TeilnehmerInnen der RADLakademie über die rechtliche Lage in Österreich auf. Etwa darüber, was überhaupt als Fahrrad gilt. Kinderfahrräder, Laufräder und Scooter zählen nicht dazu. Sie sind Spielzeug und dürfen daher nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen wie Radwegen benutzt werden. Auch wies er die TeilnehmerInnen darauf hin, in welcher Form Kinder auf dem Fahrrad mittransportiert werden dürfen, ab wann ein Kind alleine Radfahren darf und wie ein Fahrrad laut Straßenverkehrsordnung ausgestattet sein muss.

Vorzeigeprojekte in Niederösterreich

In Niederösterreich gibt es ambitionierte Projekte, bei denen Jugendliche zu Vorbildern in der eigenen Gemeinde werden. Eines davon ist das Fahrradprojekt „BIKEline“, das es seit vier Jahren für SchülerInnen ab der fünften Schulstufe gibt und das HD OSR Rudolf Raberger von der Neuen Mittelschule Laabentag vorstellte. Mittels Helm-Chip wird der geradelte Schulweg elektronisch erfasst und die fleißigsten RadlerInnen nach einer bestimmten Zeit belohnt. Haltestellen auf den hauptsächlich genutzten Strecken und gemeinsame Abfahrtszeiten steigern die Sichtbarkeit der jungen RadlerInnen im Straßenverkehr.

Auch das Klimabündnis bietet zahlreiche Schulprojekte an, unter anderem das erfolgreiche Projekt „Klimafit zum Radlhit“ sowie Workshops für SchülerInnen bis zur neunten Schulstufe, wie DI Christiane Barth vom Klimabündnis berichtete.

Die Referate zum Nachlesen:

Unfallanalyse – wie sicher ist Radfahren mit Kindern; DI Klaus Robatsch, Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)

Was Kinder, Räder und Helme können sollen; Peter Jahn, AUVA - Radworkshop

Das Kind am Rad im österreichischen Verkehrsrecht; Mag. Nikolaus Authried, ÖAMTC

Die RADLfitte Schule; DI Christiane Barth, Klimabündnis Niederösterreich