Fit machen für die Klimazukunft

Klimaveränderungen und Progonosen bis 2100 für Niederösterreich. Die eNu bietet Beratung für Gemeinden und BürgerInnen.

Viele haben in den letzten Monaten den Klimawandel und seine Auswirkungen zu spüren bekommen. Extreme Hitze, Trockenheit oder Starkregenereignisse machten zahlreichen Personen zu schaffen. Um besser mit den Extremwetterereignissen umgehen zu können, ist es notwendig, dass wir uns an diese anpassen.

Die Anpassung an den Klimawandel zielt in erster Linie darauf ab, die negativen Auswirkungen der Erderwärmung zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Systeme zu erhöhen. Dort, wo es positive Effekte gibt, sollen aber auch die Chancen genutzt werden.

Handlungsfelder im Klimawandel

In der österreichischen Anpassungsstrategie wurden 14 Handlungsfelder identifiziert, in denen Maßnahmen empfohlen werden:

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Klimaveränderung in NÖ

Seit 1880 bis heute hat sich die Durchschnittstemperatur in NÖ um ungefähr 2 °C erhöht. Hauptursache für die überdurchschnittliche Erhöhung ist, dass sich die Luft über Landflächen generell rascher erwärmt als über den thermisch trägeren Ozeanen.

Auch das Jahr 2018 war bisher von den Klimaveränderungen geprägt. Laut ZAMG war der Sommer 2018 mit + 2,0 °C über dem vieljährigen Mittel und damit auf dem vierten Platz in der österreichischen Messgeschichte seit 1767. Unter den 20 wärmsten Sommern liegen zwölf Sommer seit dem Jahr 2000.

Besonders zahlreich waren im Jahr 2018 die Hitzetage mit Temperaturen von über 30 °C. In den meisten Regionen gab es heuer zwei- bis dreimal so viele Hitzetage wie im langjährigen Durchschnitt. In St. Pölten gab es 31 Hitzetage, das langjährige Mittel im Zeitraum von 1981-2010 lag bei 13 Tagen. Rekordhalter ist die Gemeinde Hohenau an der March mit 51 Hitzetagen.

In weiten Teilen war der heurige Sommer auch niederschlagsärmer als im Durchschnitt, österreichweit fiel um bis zu 25 Prozent weniger Niederschlag. In einigen Regionen Niederösterreichs fiel nur die Hälfte des langjährigen Durchschnitts.

Gerade im Hinblick auf die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen kommen Hitzetagen aber auch Starkregenereignissen eine besondere Bedeutung zu. Für beide Bereiche wird jedoch für die Zukunft eine kritische Tendenz erwartet.

Klimaprognosen für Niederösterreich

Temperaturanstieg
Bezugnehmend auf die mittlere Lufttemperatur wird je nach Emissionsszenario ein weiteres Ansteigen prognostiziert, wobei die Temperaturen im Winter stärker als im Sommer ansteigen werden. Ohne Klimaschutzmaßnahmen wird sich die Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts in NÖ gegenüber dem Zeitraum 1970-2000 nochmals um fast 4 °C erhöhen.

Niederschlagsentwicklung
Bei den Niederschlägen ist mit einer Zunahme, vor allem in den Wintermonaten, zu rechnen. In den Sommermonaten wird sich die Niederschlagsmenge kaum verändern. Aufgrund der gleichbleibenden Sommerniederschläge, aber signifikant höheren Temperaturen werden die Trockenheitsphasen ansteigen. Wegen der topografischen Unterschiede sind die zu erwartenden Änderungen in den höher gelegenen Gebieten in den NÖ Alpenregionen und im Waldviertel weniger ausgeprägt als im Donauraum oder im östlichen Flachland.

Regionale Klimaprognosen bis 2100

Regionale Klimaprognosen bis 2100

Den Prognosen zufolge steigen ohne umfassenden globalen Klimaschutz die Hitzetage bis 2100 je nach Region auf bis zu 50 Tage, die gefährdetsten Gebiete sind das Weinviertel, der Donauraum und Teile des Industrieviertels.

Die Vegetationsperiode wird sich um bis zu zwei Monate verlängern. Die Gefahr von Spätfrostschäden kann dadurch ansteigen. Die Niederschlagsmenge ist hohen Schwankungen unterworfen und es lassen sich schwer zuverlässige regionale Aussagen treffen. Je nach Klimasimulation ist jedoch eine signifikante Zunahme des Niederschlags im Frühling zu erwarten.

Beratung von Gemeinden und Regionen

Im Rahmen des öffentlichen Workshops „Wie ist unsere Gemeinde vom Klimawandel betroffen und was können wir tun?“ mit interessierten BürgerInnen und GemeindevertreterInnen, werden gemeinsam die regionalen Hotspots und die gravierendsten Auswirkungen der Klimaveränderungen in der Gemeinde identifiziert und Lösungen erarbeitet. 
Bei einem Nachfolgetermin werden aufbauend auf den Ergebnissen des öffentlichen Workshops konkrete Anpassungsschritte und ein Zeitplan mit den GemeindevertreterInnen ausgearbeitet.

Informationen für die Bevölkerung

Über das Umwelt-Gemeinde-Service können auch Vorträge für GemeindebürgerInnen gebucht werden. Derzeit gibt es Vorträge zu folgenden Themen:

  • Auswirkungen des Klimawandels auf Wetterextremereignisse
  • Der Klimawandel bringt die Natur ins Schwitzen
  • Folgen des Klimawandels und seine Auswirkungen auf Gärten und urbane Flächen
  • Der Klimawandel und die Auswirkungen auf Gebäude und Wohnen

Klimaschutz geht uns alle an!

Alles in allem ist klar, dass der Klimawandel und seine Folgen eine große Herausforderung sind und auch bleiben. Die gesetzlichen Grundlagen für mehr Klimaschutz und das Setzen von Klimawandelanpassungsmaßnahmen sind vorhanden, jetzt gilt es diese möglichst rasch und effizient umzusetzen. Dazu können alle beitragen.  

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