Großschönau ist erste NÖ-Gemeinde mit fünf „e“

Presseaussendung, 17. September 2018

Im Rahmen des Energie- und Umwelt-Gemeindetages im AKW Zwentendorf sind zehn e5-Gemeinden ausgezeichnet geworden. Als erste Gemeinde Niederösterreichs schaffte Großschönau (Bezirk Gmünd) die höchste Auszeichnungsstufe von fünf „e".

Zehn e5-Gemeinden nahmen ihre verdienten „e" von Bundesministerin Elisabeth Köstinger, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, entgegen. „Unsere Gemeinden sind das Herzstück unserer Regionen. Sie sind Impulsgeber aber vor allem wichtige Partner, wenn es um die Erreichung der Pariser Klimaschutzziele geht. Nur gemeinsam können wir unser Land weiterentwickeln und daher freut es mich besonders, dass heute so viele Gemeinden für ihr Engagement im Bereich der Energieeffizienz ausgezeichnet wurden", so Elisabeth Köstinger Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte im Rahmen der Auszeichnungsfeier: „In unserem Land ist die Energiewende in vollem Gange. Seit 2015 erzeugen wir 100 Prozent unseres Strombedarfes aus erneuerbarer Energie. Niederösterreichs Gemeinden übernehmen dabei eine zentrale Rolle, das e5-Programm unterstützt die Kommunen bei der nachhaltigen Klimaschutzarbeit."

Ausgezeichnete Projekte in Großschönau

Als erste Gemeinde Niederösterreichs schaffte Großschönau die höchste Auszeichnungsstufe von fünf „e". Seit mehr als 20 Jahren spielen Energie, Klimaschutz und Zukunftsvorsorge eine bedeutende Rolle in Großschönau und machen die Gemeinde als "Energie-Dorf" weit über die Landesgrenzen bekannt. Bereits 1986 wurde als erster Schritt die Bioenergiemesse (BIOEM) ins Leben gerufen, wo sich jährlich etwa 20.000 Menschen über die neuesten Produkte im Bereich Energieeffizienz und Bioenergie informieren. In den neunziger Jahren entstand ein Biomasse-Heizwerk, an das alle öffentlichen Gebäude im Ort Großschönau angeschlossen wurden. Der Beschluss zum Konzept Sonnenplatz Großschönau fiel zehn Jahre später. Ein Passivhausdorf zum Probewohnen, ein Kompetenzzentrum für Bauen und Energie und eine Energie-Erlebniswelt „Sonnenwelt" sollen Tourismus und Wirtschaft ankurbeln. Mit dem Beitritt zum e5-Programm im März 2012 setzte Großschönau einen wichtigen energiepolitischen Schritt um die Kontinuität des eingeschlagenen Weges zu sichern. Die Erstellung des e5-Energieleitbildes für Großschönau und des Umsetzungskonzepts „Übermorgen selbst versorgen" für die Region stellen eine gute Grundlage für den maßnahmenorientierten e5-Prozess dar.

In den letzten Jahren wurden vier e-Ladestellen errichtet, das Radwegenetz und Radinfrastruktur ausgebaut, ein e-Bike-Verleih und eine Nahversorgerbörse eingerichtet.

„Mit der Erreichung des fünften „e" hört die Arbeit für das e5-Team jedoch nicht auf. Wir möchten unseren Status halten und verfolgen weiter das Ziel, gemeinsam mit den

Partnergemeinden der Energie- und Modellregion Lainsitztal und Umgebung, bis 2030 energieautark zu sein", gibt Bürgermeister Martin Bruckner die Marschrichtung vor.

Mank, Hafnerbach und Ernstbrunn brechen Rekorde

Insgesamt zehn Gemeinden wurden heuer ausgezeichnet. Mank, Hafnerbach und Ernstbrunn schaffen bereits bei ihrer ersten Auditierung vier „e". Mit drei „e" starten die Gemeinden Oberwaltersdorf, Echsenbach und Leobersdorf ins e5-Programm. Die Stadtgemeinde Laa an der Thaya konnte bei der zweiten Auditierung auf das dritte „e" ausbauen. Gaweinstal und Krummnussbaum starten mit je zwei „e".

Das e5-Programm in Niederösterreich wächst

Die umgesetzten Maßnahmen der niederösterreichischen Gemeinden können sich international sehen lassen. Besonders hervorzuheben sind die Sanierungserfolge öffentlicher Gebäude, die Modernisierung von Straßenbeleuchtungen, die Umsetzung von Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung und der Aufbau von e-Carsharing-Modellen. „Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich steht den Gemeinden mit ihren Expertinnen und Experten mit Rat und Tat zur Seite. Damit wird es für Gemeinden leichter, konkrete Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Bis ins Jahr 2020 wollen wir 50 Vorreitergemeinden im e5-Programm betreuen", so Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ.

„Champions League" der energieeffizienten Gemeinden

Das e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden ist die „Champions League" der energieeffizienten Städte und Gemeinden. Ziel des Programmes ist es, Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energie und zum Klimaschutz zu setzen und deren Wirksamkeit zu evaluieren. Je nach Grad der erreichten Umsetzung erhält eine Gemeinde bis zu fünf „e". Der Erhalt eines „e" ist mit einer Haube in der Gastronomie vergleichbar, je mehr „e", desto höher der Umsetzungsgrad. Die e5-Gemeinden müssen sich dafür in regelmäßigen Abständen einer externen Auditierung stellen, bei der ihre Erfolge sichtbar und mit anderen Gemeinden vergleichbar werden.

Auskunft und Beratung zum e5-Programm und zu weiteren Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Gemeinde-Entwicklung erhalten Interessierte beim Gemeinde-Service- Telefon der eNu unter 02742 22 14 44 oder auf www.e5-niederoesterreich.at bzw. www.enu.at

Dieses Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Nähere Informationen zu IWB/EFRE finden Sie auf www.efre.gv.at

Für Rückfragen:
Philipp Hebenstreit
Pressesprecher
Energie- und Umweltagentur NÖ
Tel. 02742 219 19-150
philipp.hebenstreit@enu.at, www.enu.at

Foto: GR Christina Eichinger, eNu-Geschäftsführer Herbert Greisberger, Bundesministerin Elisabeth Köstinger, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, gfGR Klaus Stebal, gfGR Maria Strondl, Vizebürgermeister Martin Hackl und GR Johannes Weigl

Fotocredit: NLK Pfeiffer

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