Innovationen für die Energiewende

Um die Energiewende zu schaffen, sind erneuerbare Energien genauso wichtig, wie ihre intelligente Verwendung. Dafür sind Innovationen gefragt.

Niederösterreich hat bereits vor drei Jahren einen wichtigen Etappensieg errungen und deckt seither seinen Stromverbrauch über das Jahr betrachtet zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt, denn Strom ist ein besonders vielseitiger Energieträger und kann die fossilen Energien sowohl im Wärme- als auch im Mobilitätsbereich ersetzen.

Zukunftshoffnung Ökostrom

Gerade in Elektromotoren kann Strom sehr effizient verwendet werden: Wärmepumpen beispielsweise erzeugen mit einem hohen Wirkungsgrad warmes Wasser. Auch Elektroautos können mit der gleichen Energiemenge dreimal so weit fahren wie herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Dadurch steigt zwar der Strombedarf, insgesamt verbrauchen wir aber wesentlich weniger Energie. Wenn der zusätzlich benötigte Strom aus erneuerbaren Energien stammt, kann er fossile Energien verdrängen und uns so unabhängiger von Energieimporten machen. Um das zu erreichen, müssen die erneuerbaren Energien auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmen

Erneuerbare Energien wie Sonne und Wind sind vom Wetter abhängig. Eine der Herausforderungen besteht deshalb darin, die Energienachfrage so flexibel zu steuern, dass immer dann Strom benötigt wird, wenn Windräder und PV-Anlagen am meisten produzieren. Umgekehrt soll der Energiebedarf sinken, wenn gerade kein Wind geht und keine Sonne scheint. Neben der Beeinflussung der Nachfrage (auch als Demand Side Management bezeichnet), kann ein Teil der Produktion in Speichern „zwischengelagert“ werden. Die Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität spielt auch hier eine große Rolle: Wärmepumpen zum Beispiel können Warmwasser für einen Speicher erzeugen, aus dem es später entnommen wird.

Bereits jetzt gibt es einzelne Beispiele für die oben genannten Technologien. Für die Energiewende ist es aber notwendig, all das in die großflächige Umsetzung zu bringen und das Energiesystem als ganzes besser steuerbar und intelligenter zu machen. Dafür muss noch viel geforscht werden und deshalb ist Niederösterreich Teil des Innovationsprojekts „Green Energy Lab“. Dieses bildet eine Vorzeigeregion, in der die Wege zur Integration erneuerbarer Energien entwickelt und demonstriert werden. Das „Green Energy Lab“ bündelt dabei die Kräfte von vielen Akteurinnen und Akteuren aus Forschung und Wirtschaft.

Im Green Energy Lab werden neue österreichische Technologien wie netzdienlichere Wasserkraft, eine Blockchain-Plattform für Energieaustausch von Nutzerinnen und Nutzern, intelligente „Plug&Play“-Stromspeicher für PV, solarthermische Großanlagen und Smart Grid Boxen für Strom und Wärme weiterentwickelt. Darüber hinaus soll das Projekt Energietechnologien aus Österreich auch europaweit sichtbar machen.

Energie als Gesamtsystem

Die Sektorkopplung hat sich auch die Klima- und Energiestrategie des Bundes als Ziel gesetzt. Damit soll es möglich werden, alle Sektoren der Wirtschaft zu dekarbonisieren und unabhängiger von Energieimporten zu werden. 100 % erneuerbare Energie in ganz Österreich soll unter anderem mithilfe von intelligenten Netzen und Systemen erreicht werden. Auch Plus Energie Areale unterstützen dieses Vorhaben durch die Optimierung der Infrastruktur mit höchster Energieeffizienz.

Der Klimaschutz soll durch unzählige Maßnahmen, wie beispielsweise Energieraumplanung, Mobilitätsforschung, Smart Cities oder das 100.000-Dächer-Photovoltaik-Programm und Kleinspeicher-Programm, vorangetrieben werden.

Jede/r kann mithelfen und profitieren

Die erneuerbare Energiezukunft bietet viele Möglichkeiten daran teilzunehmen. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage kann man zum Beispiel selbst zur Stromerzeugerin oder zum Stromerzeuger werden. Intelligente Haushaltsgeräte und Wärmepumpen schalten sich genau dann ein, wenn die eigene PV-Anlage Strom produziert. Auch das eigene Elektroauto wird genau dann geladen, wenn PV-Strom zur Verfügung steht oder Strom gerade besonders günstig ist. Es ist sogar vorstellbar, dass die Batterie des Elektroautos als Stromspeicher dient und die Haushaltsgeräte mitversorgt. Bereits jetzt kann man mit einem Stromspeicher für zuhause seinen Eigenverbrauch an PV-Strom wesentlich erhöhen.

Welche Möglichkeiten für den einzelnen Haushalt bestehen, verrät die Energieberatung NÖ unter der Telefonnummer 02742 221 44 oder auf www.energieberatung-noe.at

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