NÖ Naturschutzpreis verliehen

Auszeichnung von zehn Nieder­österreicher­Innen für ihre ehrenamtliche Arbeit im Naturland NÖ.

Bei der feierlichen Preisverleihung im NÖ Landesmuseum in St. Pölten bedankte sich das Land Niederösterreich bei engagierten Naturschützerinnen und Naturschützern, die durch ihre Freiwilligenarbeit zum Erhalt des Naturlandes Niederösterreich beitragen, andere zum Mitmachen motivieren und Bewusstsein für die Natur bei Kindern und Jugendlichen schaffen.

Insgesamt wurden zehn Preise verliehen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte durch eine unabhängige Fachjury unter Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Bernd Lötsch.

NÖ Naturschutzpreis – Josef-Schöffel-Förderungspreis

Das Land NÖ stiftet, alle drei Jahre, zehn Förderungspreise, die im Sinne des vorbildhaften Wirkens von Josef Schöffel an Personen verliehen werden, die durch hervorragende Leistungen zum Schutz der heimischen Natur oder zur Vertiefung des Verständnisses der Bevölkerung für die heimische Natur einschließlich deren Erholungswert beitragen.

Ehrenpreis geht an Dr. Gerhard Heilingbrunner

Dr. Gerhard Heilingbrunner hat sich seit Jahrzehnten dem Naturschutz verschrieben und damit einen wichtigen Teil zur Einzigartigkeit des Naturlandes Niederösterreich beigetragen. Gemeinsam u.a. mit dem Juryvorsitzenden Prof. Lötsch war Gerhard Heilingbrunner federführend an der Rettung der Hainburger Au und der späteren Schaffung des Nationalparks Donau-Auen beteiligt. Für die Erhaltung der letzten unverbauten Fließgewässerstrecken hat er das so genannte wasserwirtschaftliche Regionalprogramm zum Schutz besonders schützenswerter Gewässerstrecken mitinitiiert. Er war von 1993 bis 2014 ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes und ist heute dessen Ehrenpräsident. Als Aktivist und Umweltjurist erhebt Gerhard Heilingbrunner nach wie vor seine Stimme, wenn Umweltstandards in Gefahr sind oder Naturzerstörung droht.

Preisträgerinnen und Preisträger 2017

Forstverwalter Ing. Herbert Schmid ist der Inbegriff des Försters neuer Prägung, ein für Waldlebensräume äußerst sensibler und sachkundiger Experte für alle Fragen rund um das Thema Wald in der heutigen Zeit. Er beschäftigt sich mit Biodiversität im Wald, effizientem Wildmanagement und Artenschutz sowie Außernutzungsstellung von Waldflächen. Menschen wie Herbert Schmid tragen durch ihr Tun wesentlich zum Prozess der Annäherung der Themen Naturschutz und Wald bei.

Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich MMag. Irene Drozdowski und DI Alexander Mrkvicka für den Naturschutz in der Gemeinde Perchtoldsdorf, unter anderem im Rahmen des Vereines Freunde der Perchtoldsdorfer Heide, in Kooperation mit der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, dem Tourismus- und Ortsverschönerungsverein und anderen örtlichen Vereinen und Initiativen für die Erhaltung der besonderen Kulturlandschaft. Zusätzlich haben Drozdowski und Mrkvicka ein einzigartiges Kompendium über die Natur in der Region geschaffen: das Buch „Perchtolsdorf Natur“, wo sie nicht nur redaktionell tätig waren, sondern die Produktion teilweise durch den Einsatz von privatem Budget mitfinanziert haben.

SR Johann Franz Radinger, Pensionist, initiierte während seiner langjährigen Lehrtätigkeit in der ÖKO NMS Pöchlarn das Brunnenschutzgebiet Pöchlarn und kümmert sich seit 26 Jahren um die Pflege des Naturschutzgebietes. So schuf er ein Biodiversitätszentrum, das Rückzugsgebiet für viele Wildpflanzen und -tiere ist. Auch seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler konnten bei der Pflege bzw. im Freilandunterricht praktische Erfahrungen in Sachen Naturschutz sammeln.

KR Peter Kastner zählt ebenso zu den Preisträgerinnen und Preisträgern. Er war der erste Umweltgemeinderat Niederösterreichs und schon damals (1976) ein Vorreiter im Rahmen seiner Agenden. Er scheute keine Konfrontationen bei der Umsetzung ökologischer Ideen. Als begeisterter Fischer setzte er sich u.a. für nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung des Fischereireviers ein. Sein ökologisches Engagement zeigte sich aber auch in anderen Bereichen: Entlang des Zwettl- und Kampflusses wurde ein Grüngürtel geschaffen und eine erste Biokläranlage für nachhaltigen Gewässerschutz errichtet, er setzte sich gegen Atomkraft ein und führte im familieneigenen Unternehmen Kastner Gruppe Bioprodukte sowie eine Nachhaltigkeitsinitiative ein.

In seiner Heimatgemeinde Mannersdorf ist Karl Heinz Aschbacher für den Naturschutz aktiv. Vor seiner Pensionierung war er Stadtrat für Umwelt und Energie und unter seiner Leitung als Obmann wurde der Naturpark Mannersdorf-Wüste ein Vorbild in Sachen Kulturlandschaftsschutz. Durch das nachahmenswerte Engagement im Rahmen des Projektes NUP aktiv, ein Wiedereinbindungsprojekt Langzeitarbeitsloser ins Erwerbsleben, das gemeinsam mit dem AMS abgewickelt wurde, haben Menschen Naturschutzarbeit verrichtet und so wieder Sinn und Freude am Leben gefunden.

Die Obfrau der Umweltgruppe FUER Königstetten, Dr. Gertraud Grabherr, betreibt durch zahlreiche Aktivitäten beispielhafte Naturschutzarbeit. Vor allem auch die besondere Hingabe zur Arbeit mit Jugendlichen zeichnet sie aus. Zu den aktuellen Projekten zählen der installierte „Bienenlehrpfad“ sowie der „Landführerschein“. Im Rahmen des „Landführerscheins“ lernen Volksschulkinder die wichtigsten Kulturpflanzen Königstettens kennen, erfahren mehr über ihre Bedeutung als Lebensraum, lernen wie man sich in Feld, Wald und Flur benimmt und wie die Landwirtschaft arbeitet und was sie erzeugt. 

Stellvertretend für die Vogelschutzgruppe Waldviertel erhält Biologielehrer und Journalist Mag. Joachim Brand den NÖ Naturschutzpreis 2017 für ihre unermüdliche Arbeit. Die Gruppe hat bereits umfangreiches Wissen über heimische Vogelarten gesammelt, tritt gleichzeitig für deren Schutz ein (z.B. durch Montage von Nistkästen bzw. auch den Bau eines Brutfloßes) und arbeitet durch Publikationen, Vorträge und Veranstaltungen auch erfolgreich an der Bewusstseinsbildung zum Thema.

Mag. Eva Bulwa ist Biologin und Ökologin. Sie arbeitet unermüdlich an der Bewusstseinsbildung von Kindern und Jugendlichen. Naturvermittlung ist eines ihrer Steckenpferde, sie ist aber auch sonst bei diversen Veranstaltungen des Biosphärenparks Wienerwald im Einsatz: beim Tag der Artenvielfalt, bei der Trockenrasenpflege, bei Kleinkindergruppen oder sonstigen Programmen für Schulklassen aller Altersstufen. Bulwa setzt sich aus Überzeugung für die Wissensvermittlung bei Kindern und Jugendlichen ein.

DI Ute Nüsken gründete gemeinsam mit Renate Bohrn eine Gruppe der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) und übernahm später auch die Landesleitung der önj. Die önj ist eine gemeinnützige Jugendorganisation, die für die Verbreitung des Natur- und Umweltschutzgedankens eintritt und aktiv Arten- und Biotopschutz betreibt. Im aktuellen Projekt „Natur für die Jugend – Jugend für die Natur“ stehen Naturpädagogik mit besonderer Hingabe für Kinder und Jugendliche sowie vorbildliche Naturschutzarbeit im Fokus.

Sonderpreis Nachwuchs Naturschützer

Den mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis „Nachwuchs Naturschützer“ erhielt die Projektgruppe von WissenschafterInnen und LehrerInnen Dr. Herbert Hoi, Mag. Margarethe Mahr, Mag. Katharina Mahr, Mag. Eva Maria Sauter, die gemeinsam mit den SchülerInnen des Gymnasiums Sacre Couer Pressbaum an den Auswirkungen des Klimawandels auf heimische Singvögel forschen. Die Jugendlichen lernen dabei kritisches Denken und werden sensibler gegenüber ihrer Umwelt. Klimaforschung wurde aktiv in den Unterricht eingebaut und Daten über Brutvögel wurden über einen längeren Zeitraum hinweg erfasst und bewertet.

Mehr Informationen zum Naturschutz und Möglichkeiten zum Selbst-aktiv-werden finden Sie auf www.naturland-noe.at.

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