NÖ Naturschutzpreise verliehen

Presseaussendung, 01. Juli 2022

Herausragende Naturschutz-Projekte in NÖ Gemeinden ausgezeichnet

Am 30. Juni fand in St. Pölten der Festakt zur Verleihung des Josef Schöffel-Förderungspreises statt. Mit dem Preis zeichnet das Land Niederösterreich hervorragende Verdienste um den Schutz der heimischen Natur aus. Die Förderpreise gingen in diesem Jahr an zehn niederösterreichische Gemeinden oder von Gemeinden getragene Initiativen. Ausschlaggebend waren persönliches Engagement und ehrenamtliches Wirken, ganz im Sinn des Namensgebers Josef Schöffel, der sich erfolgreich für die Rettung des Wienerwaldes einsetzte. 

„Im Naturland Niederösterreich schützen wir was wir lieben. So wurden bereits in den letzten Jahren mehr als 200 Millionen Euro in Renaturierungsprojekte investiert, um die Naturschätze unserer Heimat zu schützen und den Flüssen wieder mehr Raum zu geben. Der NÖ Naturschutzpreis ist eine Wertschätzung jener Gemeinden, die für unser Land verlässliche Partner im Naturschutz sind. Wir möchten damit auch andere einladen, das Naturland Niederösterreich noch reicher und vielfältiger zu gestalten“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei der feierlichen Überreichung der Preise im Museum Niederösterreich. „In vielen Gemeinden werden großartige Naturschutzprojekte umgesetzt, die eine Auszeichnung verdient haben! Projekte im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung Niederösterreich bis hin zu Projekten der Naturparke. Ihr Erfolg basiert auf dem guten Zusammenwirken von EntscheidungsträgerInnen, engagierter BürgerInnen, GrundeigentümerInnen und BewirtschafterInnen“, so Herbert Greisberger, Geschäftsführer der eNu. 

Fachjury wählte zehn beste Projekte aus

Die Auswahl der zehn besten Projekte und Initiativen erfolgte durch eine Fachjury unter dem Vorsitz von Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch. Vergeben wurden neun Geldpreise zu je 1.600 Euro sowie ein Sonderpreis „Gemeindeübergreifender Naturschutz“ zu 2.500 Euro. Mit dem Sonderpreis werden gemeindeübergreifende Naturschutzaktivitäten gewürdigt, die gemeinsam mit anderen Gemeinden oder Partnern auf (klein)regionaler Ebene Wirkung entfalten.

Die NÖ Naturschutzpreise (jeweils 1.600 Euro Preisgeld) ergingen an:

  • Hollenstein/Ybbs: Leaderprojekt „Narzissen- und Orchideenwiesen im Ybbstal“

Unter Einbindung der lokalen Akteure wurden auf 45 hochwertigen Flächen vegetationskundliche Erhebungen durchgeführt und darauf aufbauend flächenbezogene Maßnahmenvorschläge, für das aktuelle LEADER-Projekt, formuliert. 

  • Himberg: „Natura 2000 in Himberg – Schutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit“

Errichtung einer Brutwand, Vogelbeobachtungsstand, Blühwiesen-Anlage und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit durch Exkursionen und Facebook-Auftritt

  • Leitzersdorf: Leader Projekt „Naturschutz am Waschberg“

Durch mangelnde Bewirtschaftung entstand auf dem Waschberg eine Verbuschung. Es wurden mit dem Projekt neue Pflege-Maßnahmen gesetzt, die Kommunikation mit den örtlichen Landwirten ausgebaut und zusätzliche Infoabende und Exkursionen gestartet. 

  • Naturpark Leiser Berge: „Wacholder Heide Leiser Berge“

Größte noch erhaltene Wacholderbestände in Österreich. Mit Pflegeeinsätzen zur Freistellung der Wacholder wird der Verbuschung entgegengetreten. 

  • Naturpark Ötscher-Tormäuer: Hochlagenobst

Naturschutzprojekt der Gemeinden Annaberg, Mitterbach, Gaming und Puchenstuben: An 29 Standorten werden 452 Obstbäume kultiviert, sowie Schnitt- und Veredelungskurse und Obstpress-Tage im Naturpark veranstaltet.

  • Euratsfeld: „Naturvermittlung Doislau und Zauchbachtal“

Schutz der Heißlände-Flächen (Magerwiesen). In Schulen werden Projekte und Exkursionen durchgeführt. 

  • Verein Lebensraum Land um Laa „Mit der Schule zur Glaubersalzsteppe“

Durch ein Schulprojekt wurden den Schülerinnen und Schülern der Region Land um Laa die Schönheit und die Besonderheiten des Naturjuwels näher-gebracht und auch die Schutzbedürftigkeit des Naturschutzgebietes thematisiert.

  • LEADER Region Elsbeere Wienerwald: Ökologische Kleinwaldbewirtschaftung

Wissensvermittlung an Waldbesitzer, die Wald geerbt oder angekauft haben, selbst aber keinen direkten Zugang mehr zur Landwirtschaft haben. Derzeit sind ca. 60 ha Projektwald in Betreuung. 25 Waldbesitzer erhalten kostenlose Know-How Vermittlung im Bereich ökologischer Waldbewirtschaftung, sodass nach Projektende die eigenständige Bewirtschaftung durchgeführt werden kann.

  • Rabensburg: „Auf unserer (Feucht-)Wiese gehet was“

Ziel des Projektes ist es das bedrohte Feuchtgebiet zu erhalten. Durch die Einbindung lokaler Naturschutzorganisationen, Fachexperten und Landwirte konnte die Gemeinde Rabensburg den Naturschutz in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Sonderpreis für Netzwerk „Natur Region Thermenlinie-Wiener Becken“

Den mit 2.500 Euro dotierten NÖ Naturschutz-Sonderpreis erhielt das Netzwerk „Natur Region Thermenlinie-Wiener Becken“. Partnerschaftlich getragene Naturschutzaktivitäten seien besonders wirkungsvoll, weil sie auf breiter Unterstützung aufbauen würden und oftmals auch großräumiger umgesetzt werden können, so die Begründung der Jury. Beim Netzwerk „Natur Region Thermenlinie-Wiener Becken“ handelt sich um einen Zusammenschluss von 22 Gemeinden mit dem Ziel, ökologisch wertvolle Natur-Hotspots zu erhalten und wiederherzustellen, Trittstein-Flächen zu vernetzen, die Bevölkerung umfassend einzubinden und Naturbildung für alle Generationen zu ermöglichen. 

Download:

Foto v.l.:  GR Lukas Schinner, Herbert Greisberger (eNu-Geschäftsführer), StR Anita Tretthann, LH-Stv. Stephan Pernkopf, Irene Drozdowski (Obfrau Netzwerk „Natur Region Thermenlinie-Wiener Becken“), Univ. Prof Dr. Bernd Lötsch (Jury-Vorsitzender)
Bildrechte: NLK Pfeffer

Für JournalistInnen-Rückfragen:
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