Wir sind 100 % - gegen Atomkraft

Presseaussendung, 9. September 2017

Niederösterreichs größter kommunaler Fachtag, der Energie- und Umwelt-Gemeindetag 2017, fand in St. Pölten statt. Unter dem Motto „Wir sind 100 % - Motivation und Innovation als blau-gelbe Erfolgsfaktoren“ holten sich Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik Impulse für eine nachhaltige Energiezukunft und setzten gemeinsam ein Zeichen gegen die Atomkraft.

Niederösterreich kann seit 2015 den gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken. Dieses Etappenziel ist entscheidend, um fossile Brennstoffe und die Atomkraft weiter zurückzudrängen. „Niederösterreich ist eine Vorzeigeregion, wir sind uns aber bewusst, dass wir dazu als Allianzpartner die Gemeinden brauchen, damit wir die Innovationen auch verwenden. Heute können wir 100 Prozent unseres Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien decken. Dieser Entwicklung liegt eine ganz klare Strategie zugrunde, die 2011 beschlossen und dann Schritt für Schritt umgesetzt wurde. Mittlerweile wurden in den Gemeinden 900 Projekte verwirklicht und an die 100 Millionen Euro an Investitionen getätigt", betonte Landehauptfrau Mikl-Leitner. Ein weiterer wichtiger Faktor für das Gelingen der Energiewende ist die Steigerung der Energieeffizienz. Dafür hat das Land Niederösterreich rechtzeitig die Weichen gestellt und vor vier Jahren ein eigenes Energieeffizienzgesetz verabschiedet. Ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Energiebuchhaltungssystem liefert den Energiebeauftragten der Gemeinden wichtige Daten damit sie einen Energiebericht über das Abschneiden ihrer Gemeindegebäude und Gemeindeanlagen erstellen können. „Die Gemeinden sind wichtige Partner im Kampf gegen die Atomkraft. Bei unserer Unterschriftenaktion gegen ein grenznahes Atommüll-Endlager haben uns schon mehr als 30.000 Menschen unterstützt“, meinte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Die beste Antwort auf die Bedrohungen der Atomkraft ist der Ausbau der Erneuerbaren Energie, wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Die Gemeinden zeigen das engagiert vor, und auch im Verkehrsbereich tut sich unglaublich viel!“, erinnert er u.a. an die erfolgreiche Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen, die mittlerweile die Strecke von St. Pölten bis zum Nordkap umfasst. Auch die monatlichen Neuzulassungen für Elektro-Autos pro Bezirk würden steigen, hob der LH-Stellvertreter in seiner Wortmeldung hervor. In einer Videoeinspielung lobte auch Arnold Schwarzenegger die Erfolge Niederösterreichs beim Ausbau der Erneuerbaren Energie und der Schaffung von Grenn Jobs.

Ausbau der Erneuerbaren steht im Fokus
Als einer der Gastreferenten am „Energie- und Umwelt-Gemeindetag“ öffnete Blind Climber Andy Holzer den Sehenden die Augen: „Man darf nur nicht nach unten schauen, so mach ich’s auch immer. Motivation und Fokussierung auf ein Ziel sind essentiell! Das gilt beim Bergsteigen ebenso wie bei der Erreichung von Umwelt- und Energiezielen.“ Dem blinden  Profibergsteiger und Extremsportler gelang im Mai dieses Jahres die erste "blinde" Besteigung des Mount Everest über dessen Nordroute Besteigung des Mount Everests, was ihn zum ersten blinden Europäer macht, der die „Seven Summits“ – die höchsten Berge aller Kontinente – bezwungen hat. Markus Kreisel, zweiter Gastreferent, Gründer und Geschäftsführer der Kreisel Electric GmbH, ergänzte: „Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch und bringt große Chancen für neue Industrien und sorgt für eine größere nachhaltigere und vor allem regionale Wertschöpfung“.

Wichtige Vorbilder für die Bevölkerung
Gemeinden sind wichtige Vorbilder für die Bevölkerung und können durch ihr Handeln Bewusstsein für die Energiewende schaffen. Besonders im Bereich e-Mobilität läuft das sehr gut. In über 250 Gemeinden befinden sich öffentlich zugänglich Stromtankstellen, die überwiegend von den Gemeinden bereitgestellt werden.  74 Gemeinden haben bereits ein e-Fahrzeug im eigenen Wirkungsbereich im Einsatz. „Die e-Mobilität bewegt tatsächlich ein ganzes Land und die Gemeinden sind wichtige Vorreiterinnen“, freut sich Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, die den „Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag“ ausrichtet. Über 5.000 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die den e-Mobilitätstag in Melk im Mai 2017 besucht haben, machen den hohen Stellenwert des Themas deutlich.

Erfahrungsaustausch und Innovationen
Ein besonderes Highlight stellte ein eigens eingerichteter Innovationscorner am Vorplatz des NÖ Landhauses dar. Über 14 Unternehmen stellten dabei ihre Produkte und Dienstleistungen für Gemeinden aus. Die Palette reichte von e-Autos über Wasserstoffautos und e-Zusatzgeräten bis zu Stromtankstellen. Neben dem Erwerb neuer Fachkompetenzen und dem Kennenlernen von Praxisbeispielen stand ein intensiver Erfahrungsaustausch im Zentrum des Fachtags. Möglich machten das vertiefende Impulsgruppen zu den Themen „Kommunale Gebäude der Zukunft“, „Klimawandelanpassung: Vorsorge ist die halbe Miete“, „Wie geht’s weiter in der e-Mobilität? Ladeinfrastruktur, Stromspeicherung“, „Innovationen in der kommunalen Beschaffung“ und „Mehr Naturschutz in der Gemeinde für mehr Lebensqualität der BürgerInnen“, an denen jeder Teilnehmer beziehungsweise jede Teilnehmerin wahlweise partizipieren konnte.

Den Energie & Umwelt-Gemeinde-Tag zum Nachlesen

gibt es ab 15. September online auf www.umweltgemeinde.at/gemeindetag

Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Gemeinde-Telefon der Energie- und Umweltagentur NÖ unter 02742 22 14 44.

Für Rückfragen:
Energie- und Umweltagentur NÖ
Michael Strasser
Pressesprecher
Tel. 02742 219 19-333
michael.strasser@enu.at, www.enu.at

Foto 1_Energie & Umwelt Gemeindetag

Foto (v.l.n.r.): LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Andreas Holzer, Markus Kreisel, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Foto 2_Energie & Umwelt Gemeindetag

Foto (v.l.n.r.): LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Andreas Holzer, Markus Kreisel, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Gemeindebundpräsident Alfred Riedl, Dr. Herbert Greisberger (GF der eNu)

Bildnachweis: NLK

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