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Energieeffizienz in Mödling: Kleine Schritte mit großer Wirkung

Die e5-Stadt Mödling zeigt, wie eine Gemeinde trotz eines knappen Budgets und komplexem Gebäudebestand Schritt für Schritt Energie spart und Kosten senkt. Grundlage dafür ist ein Sanierungsfahrplan.

Die Stadtgemeinde Mödling ist Teil des e5-Programmes.

Wie können Gemeinden ihre Gebäude energieeffizient sanieren, wenn Budgets begrenzt sind, der Gebäudebestand heterogen ist und Denkmalschutz zusätzliche Anforderungen stellt? Die Stadtgemeinde Mödling zeigt, wie genau das gelingen kann – mit einem klar strukturierten Sanierungsfahrplan, fundierten Daten und einem konsequenten Vorgehen über viele Jahre hinweg.

Die wichtigsten Fakten

  • Standort: Stadtgemeinde Mödling
  • Gemeindegröße: ~ 20.600 Einwohnerinnen und Einwohner
  • Maßnahmen: Dämmung oberste Geschoßdecke, Heizungsregulierung, Umstellung Innenbeleuchtung auf LED
  • Gesamteinsparung pro Jahr: € 7.700
  • Jakob-Thoma-Mittelschule: Einsparung 60.000 kWh/a; Amortisation 7 Jahre
  • Kindergarten Hyrtlstraße: Einsparung 8.000 kWh/a; Amortisation 2,5 Jahre
  • Umsetzung: 2022 – 2025

Im folgenden Video wird Ihnen am Beispiel der Stadtgemeinde Mödling gezeigt, wie die Umsetzung eines Sanierungsfahrplan aussehen kann.

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Hoher Handlungsdruck bei komplexem Gebäudebestand

In Mödling umfasst der kommunale Gebäudebestand rund 60 Objekte – von Schulen und Kindergärten bis hin zu historischen Gebäuden. Viele davon stehen unter Denkmalschutz, weisen unterschiedliche Baujahre auf und sind entsprechend energieintensiv im Betrieb. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, während finanzielle Spielräume begrenzt bleiben.

Die zentrale Frage lautete daher: Wo anfangen und welche Maßnahmen bringen tatsächlich Wirkung? Erste Schritte wurden bereits früh gesetzt – etwa durch Energieausweise und Energiecontracting. Spätestens mit der Erneuerung zahlreicher Energieausweise und detaillierten Gebäudeanalysen ab 2020 wurde klar: Eine solide Datengrundlage ist entscheidend, um vom Bauchgefühl zu faktenbasierten Entscheidungen zu gelangen.

Strukturierter Ansatz und Umsetzung: Mit Plan zu messbaren Erfolgen

Auf Basis dieser Grundlage entwickelte Mödling gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) einen Sanierungsfahrplan, der als zentrales Steuerungsinstrument dient. Bereits 2021 wurde eine Prioritätenliste erstellt und in den Folgejahren zu einem strukturierten, laufend aktualisierten Fahrplan weiterentwickelt. In Kombination mit der Energiebuchhaltung ermöglicht er es, Maßnahmen sowohl technisch als auch wirtschaftlich zu bewerten und gezielt umzusetzen.

So konnte etwa in der Jakob-Thoma-Mittelschule durch die Dämmung der obersten Geschoßdecke und die Optimierung der Heizungsregelung der Energieverbrauch um rund 15 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von etwa 7.500 Euro.

Im Kindergarten Hyrtlstraße führte die Umstellung auf LED-Beleuchtung zu einer Reduktion des Stromverbrauchs um etwa 40 Prozent. Ergänzend wurde im Jahr 2025 eine Photovoltaikanlage (47 kWp) mit Stromspeicher installiert. Dadurch kann der Strombedarf des Kindergartens nun weitgehend direkt vor Ort gedeckt werden. Das reduziert die laufenden Energiekosten zusätzlich.

In der Volksschule Hyrtlplatz kann mit der für 2027 geplanten Dämmung der obersten Geschossdecke der Wärmebedarf im Gebäude um rund 17 Prozent gesenkt werden. Die Amortisationszeit wird auf sieben bis acht Jahre geschätzt.

Die Erfahrungen aus Mödling zeigen deutlich: Es braucht nicht immer große Einzelprojekte, um spürbare Effekte zu erzielen. Vielmehr liegt die Stärke in der Kombination vieler gezielter Maßnahmen.

Die Stadtgemeinde Mödling ist eine Energiebuchhaltungs-Vorbildgemeinde.

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Erfolgsfaktoren: Daten, Konsequenz und politische Unterstützung

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Mödling ist die systematische Herangehensweise. Detaillierte Gebäudeanalysen und eine gut geführte Energiebuchhaltung schaffen Transparenz und machen Einsparpotenziale sichtbar.

Ebenso entscheidend ist die konsequente Umsetzung des Sanierungsfahrplans durch die Verwaltung sowie die politische Unterstützung für langfristige Investitionen. Nicht zuletzt spielen auch Förderungen und eine vorausschauende Finanzplanung eine wichtige Rolle, um Maßnahmen tatsächlich realisieren zu können.

Mit unserem klaren Sanierungsfahrplan zeigen wir, dass auch in einer Gemeinde mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden Schritt für Schritt Energie gespart und Kosten gesenkt werden können. Jede Maßnahme – auch kleine – trägt langfristig zur Nachhaltigkeit und Effizienz unserer Gebäude bei./you

Bürgermeisterin Silvia Dachsler aus Mödling
Silvia Drechsler, Bürgermeisterin von Mödling

Was können andere Gemeinden daraus lernen?

Das Beispiel Mödling zeigt, dass ein strukturierter und langfristiger Ansatz entscheidend ist, um Energieverbräuche in kommunalen Gebäuden nachhaltig zu senken. Ein klarer Sanierungsfahrplan schafft Orientierung, hilft bei der Priorisierung von Maßnahmen und ermöglicht es, Investitionen gezielt und wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen.

Dabei wird deutlich, dass nicht alles gleichzeitig passieren muss. Vielmehr liegt der Erfolg darin, Maßnahmen schrittweise umzusetzen und aufeinander aufzubauen. Gleichzeitig unterstützt der Fahrplan auch dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen – etwa wenn bestimmte Maßnahmen aktuell noch nicht wirtschaftlich sinnvoll sind.

Der Ansatz ist unabhängig von Größe und Ausgangssituation auf andere Gemeinden übertragbar. Entscheidend ist, mit einer guten Datengrundlage zu starten, klare Ziele zu definieren und die Umsetzung konsequent zu verfolgen. Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Viele kleine, gut geplante Schritte führen gemeinsam zu einer nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Gemeindeentwicklung.

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Ralph Zulehner

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