Gemeinden können durch regionale Zusammenarbeit ihre Stromkosten deutlich senken. Das Beispiel aus Neulengbach macht sichtbar, welches Potenzial in Energiegemeinschaften steckt und wie die Bevölkerung davon profitiert.
Die Energiewende findet zunehmend auf kommunaler Ebene statt. Die Energiegenossenschaft Elsbeere Wienerwald zeigt eindrucksvoll, wie Gemeinden durch Zusammenarbeit, regionale Ressourcen und innovative Ansätze ihre Energiekosten nachhaltig senken können. Die Stadtgemeinde Neulengbach ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft konkret auszahlt – wirtschaftlich wie auch strategisch.
Die wichtigsten Fakten
Standort: Stadtgemeinde Neulengbach
Gemeindegröße: ~ 8.700 Einwohnerinnen und Einwohner
Strombezug Gemeinde gesamt: 777.125 kWh (2025)
Strombezug Gemeinde aus EEG: 215.474 kWh (2025)
kommunale Beteiligte: 25 Abnehmer und 13 Erzeuger
Einsparung: 8.200 € bei Strompreis, 9.700 € bei Netzentgelten (2025)
Investitionskosten: keine
Laufzeit: seit 2021
Im folgenden Video wird Ihnen am Beispiel der Gemeinde Neulengbach gezeigt, wie auch Ihre Gemeinde mit einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft Stromkosten sparen kann.
Seit der Gründung im Jahr 2021 zeigt die Energiegenossenschaft Elsbeere Wienerwald, wie Gemeinden gemeinsam die Energiewende aktiv gestalten können. Alle 13 Regionsgemeinden sind Teil der Initiative. Photovoltaik, Windkraft und erste Speicherlösungen ermöglichen es, immer mehr Strom direkt in der Region zu erzeugen und zu nutzen.
Mit rund 1.200 Mitgliedern und etwa 2.300 Zählpunkten zählt die Energiegemeinschaft mittlerweile zu den größten in Österreich. Ziel ist es, den Anteil an regional genutztem Strom weiter deutlich zu steigern.
Auch Bürgerinnen und Bürger profitieren: Sie zahlen weniger für Strom und erhalten bessere Vergütungen für eingespeiste Energie. Allein im Jahr 2025 konnten private Mitglieder gemeinsam erhebliche Kosten bei Netzentgelten sparen und höhere Einnahmen erzielen als am klassischen Strommarkt.
Konkrete Umsetzung in Neulengbach
Die Stadtgemeinde Neulengbach hat ihre größeren Stromverbraucher konsequent in die Energiegemeinschaft integriert. So wird ein Teil des Strombedarfs direkt aus regionaler Erzeugung gedeckt, während eigener Strom innerhalb der Gemeinschaft genutzt wird.
Im Jahr 2025 wurden bereits rund 28 Prozent des Strombedarfs über die Energiegemeinschaft abgewickelt. Damit zeigt sich: Das Modell funktioniert auch im kommunalen Alltag zuverlässig.
Auch Bürgerinnen und Bürger profitieren: Sie zahlen weniger für Strom und erhalten bessere Vergütungen für eingespeiste Energie. Allein im Jahr 2025 konnten private Mitglieder gemeinsam erhebliche Kosten bei Netzentgelten sparen und höhere Einnahmen erzielen als am klassischen Strommarkt.Eine Energiegemeinschaft in Ihrer Gemeinde stärkt Nachhaltigkeit, regionale Wirtschaft und Energieunabhängigkeit – wir unterstützen Sie kostenlos bei der Planung.
Ein besonderes Highlight in Neulengbach ist die Nutzung von Elektrofahrzeugen als Stromspeicher. Am Bauhof wurde eine bidirektionale Ladestation errichtet, die es ermöglicht, überschüssigen Sonnenstrom in den Fahrzeugbatterien zwischenzuspeichern und später wieder zu nutzen.
So kann regional erzeugte Energie auch in den Abend- und Nachtstunden verwendet werden – etwa für die Straßenbeleuchtung. Dieses innovative Projekt wurde als KEM-Projekt des Jahres 2025 ausgezeichnet und zeigt das Potenzial für viele weitere Gemeinden.
Die Energiegemeinschaft entwickelt sich laufend weiter. Ab 2026 sollen zusätzliche Speicher integriert werden, um noch mehr Strom zeitversetzt nutzen zu können. Ziel bleibt eine möglichst hohe regionale Eigenversorgung.
Für uns als Gemeinde ist es wichtig, auf Energiepreise zu achten und Einsparungen zu erzielen. Anhand der Energiegenossenschaft, anhand des Stromaustausches, ist es uns gelungen, rund € 18.000 einzusparen. Dieses Geld bleibt in der Gemeinde, dieses Geld bleibt in der Region und dieses Geld kann man für andere Projekte erfolgreich einsetzen.
Für Gemeinden ergeben sich durch die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft klare und messbare Vorteile. Besonders deutlich wird dies am Beispiel Neulengbach:
Die Stromkosten sinken spürbar, da Energie innerhalb der Gemeinschaft zu stabilen und günstigen Tarifen bezogen werden kann. Gleichzeitig reduzieren sich die Netzentgelte, weil der Strom regional genutzt wird. In Neulengbach führte das im Jahr 2025 zu Einsparungen von insgesamt rund 18.000 Euro.
Darüber hinaus profitieren Gemeinden von langfristiger Planungssicherheit. Fixe Tarife ermöglichen verlässliche Budgetierung – ein wesentlicher Vorteil in Zeiten unbeständiger Energiemärkte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nutzung eigener Erzeugungsanlagen. Gemeinden können überschüssigen Strom zu attraktiven Bedingungen innerhalb der Gemeinschaft vermarkten, anstatt ihn zu niedrigeren Marktpreisen abzugeben.
Nicht zuletzt stärkt die Teilnahme die regionale Wertschöpfung. Energie bleibt in der Region, Kooperationen werden gefördert und die Gemeinde positioniert sich aktiv als Vorreiterin in der Energiewende.