Bei einer Stromeffizienzberatung in Ziersdorf wurden der Stromverbrauch der Volksschule analysiert und mögliche Einsparungspotenziale erhoben.
Dieses Beispiel aus der Marktgemeinde Ziersdorf zeigt, welches Potenzial im laufenden Betrieb kommunaler Gebäude steckt. Durch die Auswertung von Smart-Meter-Daten und einer optimierten Steuerung konnte der Stromverbrauch deutlich gesenkt und das Gemeindebudget nachhaltig entlastet werden – schnell, nachvollziehbar und ohne zusätzliche Baukosten.
Die wichtigsten Fakten
Standort: Marktgemeinde Ziersdorf
Gemeindegröße: ~ 3.350 Einwohner
Gebäude: Volksschule mit Kindergarten, Nachmittagsbetreuung und Mehrzwecknutzung
Ausgangsverbrauch: 64.000 kWh Strom pro Jahr
Verbrauch nach Optimierung: 44.000 kWh pro Jahr
Einsparung: etwa 5.000 Euro jährlich
Maßnahmen: Stromeffizienzberatung, Analyse der Smart-Meter-Daten und Optimierung der Betriebsführung
Investitionskosten: keine
Laufzeit: Oktober 2024 bis Februar 2025
Im folgenden Video wird Ihnen am Beispiel der Volksschule Ziersdorf gezeigt, wie auch Ihre Gemeinde Strom sparen kann – einfach umsetzbar und ganz ohne Investitionskosten.
Das Gebäude der Volksschule wurde 2016 umfassend saniert und technisch auf einen sehr guten Standard gebracht. Gebäudehülle, Fenster, Lüftung und Wärmeversorgung entsprechen moderner Qualität. Acht Klassen, ein zweigruppiger Kindergarten, Nachmittagsbetreuung sowie Vereine sorgen für eine intensive und vielfältige Nutzung.
Trotz dieser guten Voraussetzungen lag der Stromverbrauch deutlich über den Erwartungen. Im Alltag waren die Ursachen nicht eindeutig erkennbar. Genau hier setzt die Stromeffizienzberatung der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) an: Sie schafft Transparenz auf Basis realer Verbrauchsdaten und zeigt auf, wo im laufenden Betrieb angesetzt werden kann.
Die kostenlose Stromeffizienzberatung der eNu analysiert Verbrauchsdaten und Gebäude vor Ort und liefert konkrete Empfehlungen zur Senkung von Stromverbrauch und -kosten.
Strom sparen ohne Investitionen – ein Praxisbeispiel aus der Gemeinde
Die Auswertung der Smart-Meter-Daten zeigte deutlich, wo im Gemeindebetrieb unnötig Strom verbraucht wurde – insbesondere außerhalb der Nutzungszeiten. Hauptverursacher waren unter anderem Lüftungsanlagen und technische Steuerungen, die nicht an den tatsächlichen Betrieb angepasst waren.
Der entscheidende Vorteil: Es waren keine Investitionen in die Gebäudetechnik erforderlich. Durch einfache organisatorische Maßnahmen und eine optimierte Steuerung konnte der Stromverbrauch innerhalb kurzer Zeit deutlich reduziert werden.
Das Ergebnis: Der jährliche Stromverbrauch sank von rund 64.000 kWh auf etwa 44.000 kWh. Damit spart die Gemeinde rund 5.000 Euro pro Jahr – mit sofortiger Wirkung. Die Umsetzung wurde durch eNu und das regionale KEM-Management begleitet und über die Energiebuchhaltung transparent dokumentiert.
Effizienz als Grundlage für erneuerbare Energie
Auf Basis der gesenkten Verbräuche wurde anschließend in eine 30-kWp-Photovoltaikanlage investiert. Das Prinzip ist klar: Zuerst den Energiebedarf senken, dann erneuerbare Erzeugung gezielt ausbauen. Dieses Vorgehen verbessert die Wirtschaftlichkeit, erhöht die Eigenverbrauchsquote und schafft langfristige Planungssicherheit.
Die Smart-Meter-Analyse machte klare Optimierungspotenziale sichtbar. Dank der Unterstützung der eNu sparen wir rund 5.000 Euro Stromkosten pro Jahr und investieren diese gezielt in den Ausbau unserer PV-Anlage.
Stefan Schröter, Bürgermeister von Ziersdorf
Was Gemeinden daraus mitnehmen können
Das Beispiel der Marktgemeinde Ziersdorf zeigt: Die größten Einsparpotenziale liegen oft im laufenden Betrieb. Gerade in kommunalen Gebäuden mit wechselnden Nutzungen entwickeln sich Anlagen wie Lüftungs- oder Steuerungssysteme rasch zu dauerhaften Stromverbrauchern, wenn sie nicht regelmäßig überprüft werden.
Eine Stromeffizienzberatung der eNu schafft hier Klarheit. Sie analysiert reale Verbrauchsdaten, macht Auffälligkeiten sichtbar und zeigt konkrete Maßnahmen auf. Für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Energiebeauftragte und Umwelt-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäte bedeutet das messbare Einsparungen, unmittelbare Budgetentlastung und eine solide Entscheidungsgrundlage für weitere Investitionen.
Wer seine Verbrauchsdaten kennt, kann gezielt steuern, Kosten senken und neue Handlungsspielräume schaffen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auch in Ihrer Gemeinde die Stromverbräuche analysieren zu lassen und eine kostenlose Stromeffizienzberatung zu nutzen.