USC Mank: Mit Bürgerbeteiligung zur zukunftsfitten Energieversorgung
USC Mank: Mit Bürgerbeteiligung zur zukunftsfitten Energieversorgung
Mit einer guten Vorbereitung und einer engen Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Vereinen eröffnen sich neue Chancen für die Umsetzung von Projekten. Die eNu unterstützt mit Beratung und Beteiligungsformaten, um die Bevölkerung einzubinden und Energiekosten von Vereinen langfristig zu senken.
Steigende Energiekosten, ambitionierte Klimaziele und der Anspruch, als Gemeinde Vorbild zu sein, stellen viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vor Herausforderungen. Öffentliche Gebäude und Vereinsinfrastrukturen verursachen oft einen erheblichen Strombedarf, während die finanziellen Spielräume der Gemeinden begrenzt sind.
Gerade in Zeiten knapper Budgets können Vereinsförderungen nicht mehr überall selbstverständlich finanziert werden. Umso wichtiger wird es, die Energiekosten von Vereinen nachhaltig zu senken. Mit einer guten Vorbereitung und enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Vereinen können neue Chancen für die Umsetzung von Projekten entstehen – wie das Beispiel aus Mank zeigt, bei dem auch die Bevölkerung aktiv eingebunden wurde.
Die wichtigsten Fakten
Standort: Stadtgemeinde Mank, e5-Stadt
Gemeindegröße: ~ 3.350 Einwohner
Gebäude: Vereinsgebäude USC Mank, Sportplatz mit Flutlichtanlage
Ausgangsverbrauch: 52.000 kWh Strom pro Jahr
Verbrauch nach Optimierung: 38.000 kWh pro Jahr nach Umsetzung PV, 28.000 kWh pro Jahr nach Umsetzung LED Flutlicht
Einsparung: gesamt 24.000 kWh
Maßnahmen: PV-Anlage u.a. über Bürgerbeteiligung, Umstellung Flutlichtanlage auf LED, in Planung: Speicher
Investitionskosten: 160.000 €
Laufzeit: 2022 bis 2026
Ausgangssituation: Hoher Strombedarf und klare Klimaziele
Das Vereinsgebäude des USC Mank verbrauchte jährlich rund 52.000 Kilowattstunden Strom. Dieser hohe Verbrauch ist leicht nachvollziehbar: Die Flutlichtanlage, die Wärmepumpenheizung, der bestehende Gastronomiebetrieb sowie der Trainings- und Spielbetrieb benötigen viel Energie. Die etwa 175 Quadratmeter große Dachfläche bot ideale Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage. Daher war der Bau einer solchen Anlage für die e5-Gemeinde ein logischer erster Schritt.
Umsetzung: Photovoltaik und Beteiligung
Im Jahr 2021 wurde eine Photovoltaikanlage mit 35 kWp errichtet. Über 100 Module liefern seither sauberen Strom direkt vom Vereinsdach. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 30.000 Euro und wurden zu zwei Dritteln von der Gemeinde und zu einem Drittel vom Verein getragen.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die Einbindung der Bevölkerung über ein Beteiligungsmodell. Mit einer Sonnenstromaktie konnten Unterstützerinnen und Unterstützer mit einem einmaligen Beitrag von 250 Euro in das Projekt investieren. Das Besondere: Als Dankeschön gab es eine Vereinsmitgliedschaft, Essengutscheine und die namentliche Erwähnung auf der USC-Sonnenstrom-Wand. Neben Privatpersonen beteiligten sich insbesondere ortsansässige Betriebe und Lieferanten. Diese Form der Finanzierung eröffnete zusätzliche finanzielle Spielräume und stärkte gleichzeitig die Identifikation mit dem Projekt.
Die Wirkung zeigte sich rasch. Der jährliche Stromverbrauch konnte durch die Photovoltaikanlage um rund 14.000 Kilowattstunden gesenkt werden. Die Anlage spart jährlich etwa 16,5 Tonnen CO₂ ein und rechnet sich nach rund acht Jahren. Das Projekt wurde 2022 mit dem PV Innovationspreis PV NÖ ausgezeichnet und unterstreicht die Vorbildwirkung über die Gemeindegrenzen hinaus.
2023 folgte die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED-Technologie. Die Investitionskosten lagen bei rund 130.000 Euro. Dank attraktiver Fördermöglichkeiten, unter anderem durch die KPC Umweltförderung sowie durch Landes- und Sportförderungen, reduzierte sich der Eigenmittelanteil auf rund 45.000 Euro. Dieser wurde zwischen Gemeinde und Verein im Verhältnis 80 zu 20 aufgeteilt. Durch die LED-Umrüstung werden zusätzlich rund 10.000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart. Damit sank der Gesamtstromverbrauch nach Umsetzung beider Maßnahmen auf etwa 28.000 Kilowattstunden.
Als nächster Schritt ist die Erweiterung der Anlage um einen Stromspeicher geplant. Ziel ist es, die Eigenabdeckung weiter zu erhöhen und den selbst erzeugten Strom noch effizienter zu nutzen.
In Mank zeigen wir: Wer sich beteiligt, gewinnt – mit Solarstrom und Gemeinschaft. Photovoltaik, LED-Flutlicht und Speicher sind ein starker Baustein für unsere Klimaziele. Wenn Vereine auf Beteiligung setzen, entsteht eine echte Win-win-Situation – ökologisch, wirtschaftlich und sozial.
Mehrwert für andere Gemeinden: Schrittweise Umsetzung mit regionaler Einbindung
Das Projekt in Mank zeigt, dass auch größere Energievorhaben im kommunalen Umfeld schrittweise und wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden können. Eine klare Zieldefinition, die Nutzung geeigneter Dachflächen und eine fundierte technische Planung bilden die Basis. Die Kombination aus Förderungen, kommunaler Finanzierung und Bürgerbeteiligung schafft zusätzliche Spielräume und stärkt die regionale Wertschöpfung.
Für Gemeinden, die Energiegemeinschaften aufbauen oder den Ausbau erneuerbarer Energie forcieren möchten, liefert dieses Beispiel wertvolle Erkenntnisse. Beteiligungsmodelle erhöhen nicht nur die finanzielle Tragfähigkeit, sondern auch die Identifikation der Bevölkerung mit der Energiewende vor Ort. Schrittweise Investitionen ermöglichen es, Projekte an Budgetrahmen und Förderlandschaften anzupassen und langfristig weiterzuentwickeln.
Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich NÖ (eNu) unterstützt Gemeinden dabei, die Bevölkerung aktiv einzubinden. Mit Modellen wie dem ‚Sonnenkraftwerk Gemeinde‘ können Bürgerinnen und Bürger direkt in lokale Photovoltaik-Projekte investieren, sich beteiligen und die Energieversorgung vor Ort mitgestalten. So entstehen Projekte, von denen alle profitieren: die Gemeinde spart Energie, die Bevölkerung kann mitbestimmen und gemeinsam wird die regionale Energiezukunft nachhaltig gestärkt.