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Gemeindefuhrpark Wieselburg: Mit e-Mobilität Kosten sparen

Wieselburg zeigt, wie Gemeinden ihren Fuhrpark Schritt für Schritt elektrifizieren, Betriebskosten senken und dabei auch im Arbeitsalltag von den Vorteilen der e-Mobilität profitieren können.

e-Fuhrpark der Stadtgemeinde Wieselburg

Wie lässt sich ein Gemeindefuhrpark wirtschaftlich und gleichzeitig klimafreundlich gestalten? Die e5-Stadt Wieselburg setzt bereits seit 2012 auf Elektromobilität. Was mit einem e-Fahrzeug für den Wirtschaftshof begann, ist heute eine nahezu vollständig elektrifizierte Flotte: Neun von zwölf Fahrzeugen fahren bereits elektrisch. Das Beispiel zeigt, dass sich die Umstellung nicht nur beim Energieverbrauch rechnet. Auch geringere Wartungskosten, weniger Lärm und positive Erfahrungen im täglichen Einsatz sprechen für den Umstieg.

Die wichtigsten Fakten

  • Standort: e5-Gemeinde Wieselburg
  • Gemeindegröße: 4.950 Einwohnerinnen und Einwohner
  • Maßnahmen: Schrittweise Umstellung des Gemeindefuhrparks auf Elektrofahrzeuge und Ausbau der Ladeinfrastruktur
  • Einsparung für Gemeinde: rund € 17.000 pro Jahr
  • Amortisation: weniger als drei Jahre (am Beispiel e-Vivaro)
  • Laufzeit: seit 2012

Schritt für Schritt zum elektrischen Gemeindefuhrpark

Wie in vielen Gemeinden waren auch in Wieselburg zunächst verschiedene Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Gemeindefuhrpark im Einsatz. Als e5-Gemeinde beschäftigte sich die Stadtgemeinde jedoch bereits früh mit dem Thema Elektromobilität. Den Start machte 2012 ein Elektrofahrzeug für den Wirtschaftshof. In den folgenden Jahren wurde die Flotte kontinuierlich erweitert und immer mehr Fahrzeuge durch elektrische Modelle ersetzt.

Bei der Umstellung setzte die Stadtgemeinde auch auf externe Unterstützung. Die Beratung der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) zur e-Fuhrparkumstellung half dabei, den Fuhrpark systematisch zu betrachten und geeignete Fahrzeuge für die unterschiedlichen Einsatzbereiche zu finden.

Deutliche Einsparungen bei Betrieb und Wartung

Dass sich die Umstellung auch finanziell lohnt, zeigt eine Vergleichsrechnung für ein Elektrofahrzeug im Wasserwerk. Zwar liegen die Anschaffungskosten eines vergleichbaren e-Fahrzeugs um rund 5.000 Euro über jenen eines Dieselfahrzeugs. Im laufenden Betrieb sind die Kosten jedoch deutlich niedriger.

Bei Energie, Instandhaltung sowie Versicherung und Steuer spart die Gemeinde mit dem e-Fahrzeug insgesamt rund 1.900 Euro pro Jahr. Damit rechnen sich die höheren Anschaffungskosten bereits nach weniger als drei Jahren. Zusätzlich konnte Wieselburg von 2016 bis 2025 von der Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer profitieren und dadurch weitere Kosten einsparen.

Auch für den gesamten Fuhrpark zeigt sich der finanzielle Effekt deutlich: Bei neun elektrisch betriebenen Fahrzeugen ergibt sich eine jährliche Einsparung von rund 17.000 Euro.

e-Ladesäule mit Auto davor.

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Elektromobilität überzeugt auch im Arbeitsalltag

Neben den finanziellen Vorteilen haben die Elektrofahrzeuge auch im täglichen Einsatz überzeugt. Auch die anfänglichen Bedenken hinsichtlich der Leistungsfähigkeit bei niedrigen Temperaturen konnten im praktischen Einsatz weitgehend ausgeräumt werden.

Ein weiterer positiver Effekt zeigt sich beim Bauhof: Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen und elektrischen Arbeitsgeräten ist die Lärmbelastung für die Bevölkerung deutlich geringer. Gerade beim Arbeitsbeginn in den frühen Morgenstunden spielt die geringere Geräuschentwicklung eine wichtige Rolle.

Was uns besonders überzeugt, sind die deutlich geringeren Servicekosten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Im Winter merkt man zwar, dass die Akkuleistung etwas nachlässt, für unsere Einsätze, auch im Winterdienst, haben die Fahrzeuge aber trotzdem genug Leistung. Und was mich besonders freut: Die anfängliche Skepsis bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mittlerweile echter Begeisterung für die e-Mobilität gewichen.

Bürgermeister von Wieselburg, Josef Leitner
Josef Leitner, Bürgermeister von Wieselburg

Was andere Gemeinden daraus lernen können

Das Beispiel Wieselburg zeigt, dass die Elektrifizierung eines Gemeindefuhrparks nicht von heute auf morgen erfolgen muss. Eine schrittweise Umstellung ermöglicht es Gemeinden, Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen zu sammeln und die Fahrzeuge gezielt dort einzusetzen, wo sie im täglichen Betrieb besonders gut geeignet sind. Gleichzeitig können durch geringere Energie-, Wartungs- und laufende Betriebskosten die höheren Anschaffungskosten ausgeglichen und Fahrzeuge wirtschaftlich betrieben werden.

Entscheidend ist eine gute Planung des gesamten Fuhrparks. Welche Fahrzeuge werden wie häufig eingesetzt? Welche Reichweiten werden tatsächlich benötigt? Wo können Fahrzeuge geladen werden und welche Rolle können gemeindeeigene Photovoltaikanlagen spielen? Eine strukturierte Betrachtung dieser Fragen schafft die Grundlage für eine wirtschaftliche Umstellung.

Die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) unterstützt Gemeinden mit einer Beratung zur e-Fuhrparkumstellung dabei, den eigenen Fuhrpark Schritt für Schritt zu elektrifizieren. Mit dem e-Mobilitätsangebot der eNu erhalten Gemeinden Unterstützung bei der Analyse ihres Fuhrparks und bei der Auswahl geeigneter Elektrofahrzeuge. Der eNu-Autokostenrechner ermöglicht zudem, die Kosten verschiedener Fahrzeuge miteinander zu vergleichen und Einsparpotenziale sichtbar zu machen.

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