Mit einem e-Gemeindebus setzt die e5-Gemeinde auf eine innovative Mobilitätslösung, die mehrere Herausforderungen gleichzeitig löst: sichere Kinderbeförderung, nachhaltige Vereinsmobilität und geringe Betriebskosten.
Steigende Mobilitätskosten und der Wunsch nach klimafreundlichen Alternativen stellen viele Gemeinden vor neue Herausforderungen. Die e5-Gemeinde Echsenbach hat darauf mit einer praxisnahen Lösung reagiert: Statt Fahrzeugen mit Verbrennermotoren und externe Dienstleistungen parallel zu nutzen, setzt sie auf ein gemeinsames, emissionsfreies Mobilitätsangebot. Der neue e-Gemeindebus zeigt, wie sich Klimaschutz, Kosteneffizienz und eine intelligente Mehrfachnutzung erfolgreich verbinden lassen.
Die wichtigsten Fakten
Standort: Marktgemeinde Echsenbach
Gemeindegröße: 1.200 Einwohnerinnen und Einwohner
Maßnahme: Anschaffung eines e-Gemeindebusses
Anschaffungskosten: € 43.158,75
Förderung: € 22.100 (KPC, Land NÖ – Förderung aus dem Schul- und Kindergartenfonds, Land NÖ – Förderung e-Fahrzeug Erstanschaffung)
Investitionskosten für die Gemeinde: ~ € 21.000
Betriebskosten: ~ € 8.000 pro Jahr (Strom- und Servicekosten)
Amortisation: unter 2 Jahren
Inbetriebnahme: Herbst 2024
Ausgangssituation: Hohe Kosten bei gleichzeitigem Mobilitätsbedarf
Vor der Umstellung wurde der Transport der Kindergartenkinder durch ein externes Busunternehmen abgewickelt. Dafür fielen jährlich rund 17.000 Euro an. Zusätzlich verursachte der gemeindeeigene Sportlerbus mit Verbrennungsmotor laufende Kosten von rund 3.000 Euro pro Jahr für Treibstoff, Versicherung und Wartung.
Im Rahmen ihrer Klima- und Nachhaltigkeitsziele suchte die Gemeinde nach einer Lösung, die ökologische und wirtschaftliche Vorteile verbindet. Gesucht wurde ein Fahrzeug, das sowohl den Kindergartentransport als auch die Mobilitätsbedürfnisse der Vereine abdecken kann.
Ein e-Bus für mehrere Einsatzbereiche
Über das NÖ Beschaffungsservice wurde ein Elektrobus angeschafft, der seit September 2024 im Einsatz ist. Der e-Bus wird tagsüber für den Transport der Kindergartenkinder eingesetzt. Gefahren wird er von einem Bauhofmitarbeiter, unterstützt durch ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Außerhalb der Einsatzzeiten steht das Fahrzeug den örtlichen Vereinen zur Verfügung. Dadurch ersetzt der neue Gemeindebus gleichzeitig den bisherigen Sportlerbus.
Die Investitionskosten betrugen insgesamt 43.158,75 Euro. Dank der gemeinsamen Ausschreibung über das Beschaffungsservice sowie Förderungen von Land Niederösterreich und Kommunalkredit Public Consulting (KPC) reduzierten sich die tatsächlichen Kosten für die Gemeinde auf rund 21.000 Euro.
Geladen wird der Bus überwiegend mit Strom aus der gemeindeeigenen Photovoltaikanlage am Bauhof. Ein großer Teil des Energiebedarfs wird damit direkt aus erneuerbarer Energie gedeckt.
Wir unterstützen Sie im Rahmen der Potenzialanalyse mit unserem Fachwissen und zeigen Ihnen, wie e-Autos und neue Ladeinfrastrukturen sinnvoll eingesetzt und nachhaltig betrieben werden können.
Der Elektrobus wird sowohl von den Familien als auch von den Vereinen sehr gut angenommen. Der Betrieb verläuft zuverlässig und störungsfrei. Mit einer Reichweite von rund 250 Kilometern erfüllt das Fahrzeug die Anforderungen im Gemeindealltag problemlos.
Auch wirtschaftlich überzeugt das Projekt: Vor der Umstellung lagen die jährlichen Mobilitätskosten bei rund 20.000 Euro. Heute betragen die laufenden Kosten etwa 8.000 Euro pro Jahr. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von rund 12.000 Euro. Damit amortisiert sich die Investition in weniger als zwei Jahren.
Im Jahr 2025 wurden lediglich rund 3.500 kWh Netzstrom benötigt, da der Bus großteils mit selbst erzeugtem Solarstrom geladen wird. Dadurch sinken die Betriebskosten zusätzlich.
Mit dem Einsatz unseres Elektrobusses für den Kindergartentransport setzen wir ein wichtiges Zeichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität in unserer Gemeinde. Die geringe Geräuschentwicklung sowie die fehlenden Abgase beim Ein- und Aussteigen waren bei Kindern und Eltern von Beginn an echte Aha-Momente.
Das Beispiel aus der e5-Gemeinde Echsenbach zeigt, dass Elektromobilität im kommunalen Einsatz besonders dann wirtschaftlich wird, wenn Fahrzeuge mehrfach genutzt werden. Die Kombination aus notwendigen Aufgaben wie dem Schüler- oder Kindergartentransport und zusätzlicher Nutzung durch Vereine erhöht die Auslastung und verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich.
Mit gezielter Fördermittel-Nutzung, nachhaltiger Beschaffung und vorhandener Ladeinfrastruktur können Gemeinden ihre Mobilität klimafreundlich umstellen und gleichzeitig laufende Kosten reduzieren.
Gemeinden, die den Umstieg auf Elektromobilität aktiv gestalten möchten, stehen vor zahlreichen Fragen – von der Anschaffung geeigneter e-Fahrzeuge über den Ausbau passender Ladeinfrastruktur bis hin zu Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten. Genau hier unterstützt die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) mit praxisnahen Beratungsangeboten rund um die e-Mobilität in Gemeinden. Die eNu begleitet Sie dabei, den konkreten Bedarf vor Ort zu analysieren, passende Fahrzeug- und Ladeinfrastrukturlösungen zu finden und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Investitionen zu schaffen.