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Zeiselmauer macht mehr aus PV-Strom

Mit einer Energiegemeinschaft nutzt Zeiselmauer-Wolfpassing den eigenen Sonnenstrom besser, senkt Stromkosten und steigert den regionalen Eigenverbrauch.

Der Kindergarten von Zeiselmauer Wolfpassing mit PV-Anlage.

Die Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing hat ihre bestehenden Photovoltaikanlagen in eine Energiegemeinschaft eingebunden. Dadurch kann der erzeugte Sonnenstrom nun auch an jenen gemeindeeigenen Standorten genutzt werden, an denen keine eigene PV-Anlage möglich ist. Das senkt die Stromkosten und erhöht gleichzeitig die regionale Nutzung erneuerbarer Energie.

Die wichtigsten Fakten

  • Standort: Marktgemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing
  • Gemeindegröße: 2.270 Einwohnerinnen und Einwohner
  • Maßnahmen: Gründung einer Energiegemeinschaft und Einbindung gemeindeeigener Gebäude und PV-Anlagen
  • Stromverbrauch: rund 160.000 kWh pro Jahr
  • PV-Erzeugung: rund 73.000 kWh pro Jahr
  • Einsparung: 2.700 Euro pro Jahr
  • Umsetzung: 2025

Viel Sonnenstrom, aber zu wenig Eigenverbrauch

Die gemeindeeigenen Gebäude der Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing verbrauchen gemeinsam rund 160.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Die bestehenden Photovoltaikanlagen erzeugen jährlich rund 73.000 Kilowattstunden.

Das Problem: Bisher konnte nur ein kleiner Teil davon direkt vor Ort genutzt werden. Rund 11.000 Kilowattstunden wurden unmittelbar verbraucht, während etwa 85 Prozent des erzeugten PV-Stroms ins öffentliche Netz eingespeist wurden.

Gerade bei der Volksschule und beim Wasserwerk besteht ein hoher Strombedarf. Eine eigene Photovoltaikanlage ist an diesen Standorten aufgrund der örtlichen Gegebenheiten jedoch nicht möglich. Gleichzeitig musste der benötigte Strom weiterhin aus dem Netz bezogen werden.

Damit entstand eine typische Herausforderung für Gemeinden: Auf einem Standort wird Sonnenstrom erzeugt, während wenige Kilometer weiter Strom benötigt wird.

Energiegemeinschaft verbindet Erzeugung und Verbrauch

Anfang 2025 hat die Gemeinde gemeinsam mit dem Volksschulverband Zeiselmauer-Wolfpassing und Muckendorf-Wipfing eine Energiegemeinschaft gegründet. Eingebunden wurden die relevanten Zählpunkte der gemeindeeigenen Gebäude, die Volksschule sowie sämtliche bestehenden PV-Anlagen.

Der erzeugte Sonnenstrom kann dadurch innerhalb der Energiegemeinschaft dort genutzt werden, wo er gerade benötigt wird. Für den ausgetauschten Strom wurde ein einheitlicher Tarif von 10 Cent pro Kilowattstunde inklusive Steuern festgelegt.

Auch die administrative Abwicklung wurde möglichst einfach gehalten. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der EDA-Daten über einen eigens gegründeten Verein. Die Gemeinde unterstützt bei der halbjährlichen Abrechnung und bei steuerlichen Fragen. Zusätzliche Kosten für die laufende Abwicklung entstehen dadurch kaum.

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Rund 2.700 Euro Stromkosten pro Jahr eingespart

Bereits im ersten Jahr zeigt sich der Nutzen der Energiegemeinschaft deutlich. Rund 60 Prozent des erzeugten PV-Stroms konnten direkt und regional genutzt werden. Gleichzeitig reduziert sich der Strombezug aus dem öffentlichen Netz.

Die jährlichen Stromkosten der Gemeinde lagen vor der Umsetzung bei rund 32.700 Euro. Durch die Energiegemeinschaft können sie auf rund 30.000 Euro reduziert werden. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von rund 2.700 Euro. Davon kommen rund 450 Euro der Volksschulgemeinde zugute.

Besonders interessant für Gemeinden: Für die Umsetzung waren keine Investitionskosten erforderlich. Lediglich geringe Kosten für die Vereinsgründung und laufende Bankspesen fallen an. Mit Unterstützung der Musterverträge und des Telefonservices der eNu konnten die notwendigen Verträge selbst erstellt werden.

Über eine angenommene Lebensdauer der PV-Module von 25 Jahren ergibt sich damit ein Einsparpotenzial von rund 67.500 Euro.

e-Ladestelle bereits integriert

Die Energiegemeinschaft wird laufend weiterentwickelt. Seit 2026 ist auch die bestehende E-Ladestelle Teil der Energiegemeinschaft. Dadurch kann weiterer regional erzeugter PV-Strom direkt innerhalb der Gemeinde genutzt werden.

Gleichzeitig sucht die Gemeinde nach weiteren geeigneten Abnehmern. Ziel ist es, den Eigenverbrauch weiter zu steigern und möglichst viel der erzeugten Energie auch innerhalb der Gemeinde zu nutzen.

Die Energiegemeinschaft ist eine gute Möglichkeit, den in der Region erzeugten Strom besser zu nutzen und gleichzeitig Stromkosten zu sparen. Als Gemeinde wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass es sich lohnt, solche Möglichkeiten aktiv zu nutzen. Eine Teilnahme an der Energiegemeinschaft ist dabei nicht nur für Betreiber einer eigenen PV-Anlage interessant – auch ohne eigene PV-Anlage kann eine Mitgliedschaft sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass regional erzeugter Strom dort genutzt wird, wo er gebraucht wird.

Bürgermeisterin Blondiau-Köllner der Marktgemeinde Zeiselmauer-.Wolfpassing
Regina Blondiau-Köllner, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Wolfpassing-Zeiselmauer

Was können Gemeinden daraus lernen?

Das Beispiel Zeiselmauer-Wolfpassing zeigt, dass nicht jedes gemeindeeigene Gebäude über eine eigene Photovoltaikanlage verfügen muss, um von regional erzeugtem Sonnenstrom zu profitieren.

Durch die Energiegemeinschaft lassen sich bestehende PV-Anlagen und kommunale Verbraucher miteinander verbinden. Überschüssiger Strom kann dort genutzt werden, wo gleichzeitig ein entsprechender Bedarf besteht. Das erhöht den Eigenverbrauch, reduziert den Strombezug aus dem Netz und senkt die laufenden Kosten.

Die Umsetzung ist auch für kleinere Gemeinden mit geringem organisatorischem Aufwand möglich. Die Administration kann schlank gehalten und die halbjährliche Abrechnung von der Gemeinde selbst abgewickelt werden. Gleichzeitig sind dafür keine relevanten Investitionen erforderlich. Zeiselmauer zeigt damit, wie sich bereits vorhandene PV-Anlagen noch besser nutzen lassen und wie aus regional erzeugtem Sonnenstrom ein konkreter finanzieller Vorteil für die Gemeinde wird.

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