Direkt zum Inhalt

Sierndorf setzt auf effiziente Straßen­beleuchtung

Wie Gemeinden mit einer durchdachten Modernisierung ihrer Straßenbeleuchtung Energie und Kosten sparen können, zeigt dieses Beispiel aus der e5-Gemeinde Sierndorf.

Gemeindeamt Sierndorf

Rund 1.400 Lichtpunkte, ein jährlicher Stromverbrauch von 337.000 kWh und Energiekosten von rund 84.000 Euro: Für die e5-Gemeinde Sierndorf war die Straßenbeleuchtung ein wesentlicher Kostenfaktor. Mit einer systematisch geplanten Umrüstung auf moderne Beleuchtung konnte die Gemeinde den Energieverbrauch um 63 Prozent reduzieren und gleichzeitig den Wartungsaufwand deutlich verringern.

Die wichtigsten Fakten

  • Standort: e5-Gemeinde Sierndorf
  • Gemeindegröße: 3.970 Einwohnerinnen und Einwohner
  • Anzahl Lichtpunkte: 1.409 (in neun Katastralgemeinden)
  • Energieverbrauch vor der Umstellung: 337.000 kWh pro Jahr
  • Maßnahme: Modernisierung Straßenbeleuchtung
  • Energieverbrauch nach der Umstellung: 125.000 kWh/Jahr
  • Einsparung für Gemeinde: 53.000 Euro pro Jahr
  • Amortisation: rund vier Jahre
  • Umsetzung: 2015

Hoher Energieverbrauch und Wartungsaufwand

Mit neun Katastralgemeinden verfügt Sierndorf über ein weitläufiges Straßennetz und entsprechend viele Lichtpunkte. Die Straßenbeleuchtung war daher nicht nur für die öffentliche Sicherheit und Lebensqualität wichtig, sondern stellte auch einen relevanten Kostenfaktor für das Gemeindebudget dar.

Die bestehende Anlage war großteils mit Natriumdampflampen und vereinzelt noch mit Quecksilberdampflampen ausgestattet. Neben dem hohen Energieverbrauch verursachte die Beleuchtung einen beträchtlichen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Für die Gemeinde war damit klar: Eine Modernisierung bietet die Chance, die laufenden Kosten nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig die Energieeffizienz zu verbessern.

Von der Bestandsaufnahme zur passenden Beleuchtung

Am Beginn des Projekts stand eine umfassende Bestandsaufnahme. Das gesamte Ortsgebiet wurde systematisch erfasst, sämtliche Straßenzüge begangen und jeder einzelne Lichtpunkt bewertet. Notwendige Anpassungen wurden direkt dokumentiert. Anschließend wurden die Straßen in unterschiedliche Straßentypen eingeteilt und für die jeweiligen Bereiche die passende Ausleuchtung festgelegt. So konnte die Umstellung gezielt geplant werden.

Auch bei der Umsetzung setzte Sierndorf auf vorhandene Ressourcen. Die Gemeinde prüfte zunächst, ob ein externer Lichtpunktservice sinnvoll wäre. Da die Gemeinde einen eigenen Elektriker beschäftigt, fiel die Entscheidung leicht, die Straßenbeleuchtung weiterhin selbst zu betreiben. Ausschreibung und Beschaffung wurden extern durchgeführt, während die Montage durch die Mitarbeiter des Bauhofs erfolgte. Für die Umrüstung mussten lediglich die Leuchtenköpfe getauscht werden, die bestehenden Masten konnten weiterverwendet werden.

Mit der Potenzialanalyse unterstützt die eNu NÖs Gemeinden.

Analysieren Sie das Potenzial Ihrer Gemeinde!

Wir unterstützen Sie dabei, Energiekosten gezielt zu senken, Einsparpotenziale aufzudecken und konkrete Maßnahmen für mehr Energieeffizienz direkt umzusetzen.
Jetzt informieren!

Ergebnis: 63 Prozent weniger Energie und 53.000 Euro jährlich eingespart

Die komplette Umstellung wurde 2015 in einem Zug umgesetzt. Die Investitionskosten von 300.000 Euro konnten durch die Förderung „SBZ Energiespargemeinde“ reduziert werden. Für die Gemeinde verblieb ein Finanzierungsanteil von 211.000 Euro.

Die Ergebnisse zeigen die Wirkung der Maßnahme deutlich: Der jährliche Energieverbrauch sank von rund 337.000 kWh auf etwa 125.000 kWh. Damit werden pro Jahr rund 212.000 kWh beziehungsweise 63 Prozent eingespart. Gleichzeitig reduzierten sich die Energiekosten von rund 84.000 Euro auf etwa 31.000 Euro jährlich. Das bedeutet eine Kostenersparnis von rund 53.000 Euro pro Jahr. Die Investition amortisierte sich damit in rund vier Jahren.

Zusätzlich profitiert die Gemeinde von niedrigeren Netzkosten und einer einfacheren Wartung. Bei einem Defekt muss künftig nur mehr der Einsatz und nicht der gesamte Leuchtenkopf getauscht werden. Besonders erfreulich für Sierndorf: Die Umrüstung wurde von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Die hohe Energieeinsparung ging somit nicht zulasten der wahrgenommenen Beleuchtungsqualität.

Alles auf einmal anzugehen war die richtige Entscheidung. Die Umstellung war eine langfristige Investition, die in einer einzigen Umsetzungsphase realisiert wurde. Schon nach wenigen Jahren konnten wir von den Einsparungen und den geringeren Wartungsaufwänden profitieren.

Bürgermeister von Sierndorf, Ernst Kreuzinger
Ernst Kreuzinger, Bürgermeister von Sierndorf

Was andere Gemeinden daraus lernen können

Das Beispiel Sierndorf zeigt, dass sich bei der Straßenbeleuchtung oft mehrere Potenziale gleichzeitig erschließen lassen. Eine genaue Bestandsaufnahme schafft zunächst die Grundlage für eine bedarfsgerechte Planung. Durch die Einteilung nach Straßentypen kann die Beleuchtung gezielt auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt werden. Gleichzeitig können bestehende Infrastruktur und gemeindeeigenes Know-how genutzt werden, um die Umsetzung wirtschaftlich zu gestalten.

Für Gemeinden, die wissen möchten, wo bei ihrer Straßenbeleuchtung konkrete Ein­spar­potenziale liegen, bietet die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich eine Beratung zur Straßenbeleuchtung an. Dabei wird die bestehende Situation analysiert und aufgezeigt, welche Maßnahmen technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein können. So erhalten Gemeinden eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte – von der Bestandsaufnahme bis zur Modernisierung.

Downloads

Haben Sie Fragen?

Ich helfe Ihnen gerne weiter.

Portrait von Ralph Zulehner

Ralph Zulehner

Servicestelle Energiebuchhaltung

Grenzgasse 10, 3100 St. Pölten
+43 2742 219 19 135

E-Mail senden

Weitere Informationen