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Freiwillige zählten Kuhschellen

Tausende Kuhschellen in der Wachau, im Marchfeld und rund um Retz wurden bei einem Laienmonitoring gezählt. Erfreuliches Ergebnis: 2026 ist ein beachtliches Kuhschellenjahr.

Unzählige Kuhschellen rund um Retz

Die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ organisiert als zentrale Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung NÖ das Laienmonitoring in Niederösterreich. Es wurde dazu ein Netzwerk von rund 25 Freiwilligen aufgebaut, um die Großen Kuhschellen (Pulsatilla grandis), die Schwarzen Wiesen-Küchenschellen (Pulsatilla pratensis subsp.nigricans) und später im Jahr seltene Orchideen auf hochwertigen Naturschutzflächen in der Wachau, im Marchfeld, rund um Retz und am Eichkogel zu erheben.

Die Funde werden mit einer eigens dafür entwickelten App dokumentiert. Weitere Unterstützung beim Laienmonitoring gibt es von den Naturpark-Mittelschulen in Emmersdorf und Spitz, von der Mittelschule in Retz und vom Montessori Campus in Marchegg.

Erfolgskontrolle von Pflegemaßnahmen

Kuhschellen und Orchideen sind seltene Pflanzen und in Niederösterreich gefährdet. Sie haben ganz spezielle Anforderungen an ihre Lebensräume. So brauchen Kuhschellen flachgründige, trockene Lebensräume, wie sie beispielsweise auf den Trockenrasen der Wachau, im Marchfeld und rund um Retz zu finden sind. Um die Lebensräume der Kuhschellen und Orchideen zu erhalten, sind Pflegemaßnahmen in Form von regelmäßiger später Mahd oder Beweidung notwendig.

Das Monitoring zeigt, ob die Pflegemaßnahmen erfolgreich sind. Kommen die seltenen Pflanzen auf den ausgewählten Trockenrasenflächen vor, ist dies ein Indikator für erfolgreiche Naturschutzarbeit.

Große Kuhschelle

2026 ist ein beachtliches Kuhschellenjahr

Heuer konnten mit über 25.000 Kuhschellen ganz besonders viele dieser prächtigen Frühlingsboten von den Freiwilligen gezählt werden. Vor allem die neuen Zählflächen rund um Retz, die heuer erstmals beim Monitoring mit dabei waren, zeichneten sich durch hohen Blütenreichtum aus. In der Wachau und im Marchfeld wurden im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger Kuhschellen gezählt. Die extensive und behutsame Bewirtschaftung dürfte bei den meisten dieser hochwertigen Naturschutzflächen stimmen. Inwieweit die Witterung (Temperatur und Niederschlag) einen Einfluss nimmt, gilt es in den nächsten Jahren noch weiter zu beobachten.

Niederösterreich ist gemeinsam mit dem Burgenland und einzelnen Flächen in Wien der wichtigste Verbreitungsstandort der Großen Kuhschelle und der Schwarzen Kuhschelle in Österreich und trägt deshalb besondere Verantwortung zur Sicherung dieser raren Art. In Niederösterreich finden sich die Vorkommen hauptsächlich an der Thermenlinie, im Bereich des Leithagebirges, an der Grenze zwischen dem Wald- und Weinviertel und in der Wachau.

Die Kuhschelle ist streng geschützt und darf keinesfalls gepflückt werden.

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