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Die Nordöstlichen Randalpen: das Europaschutz­gebiet der Vielfalt

Beim ersten Workshop der Schutzgebietsbetreuung „Nordöstliche Randalpen“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus 5 Gemeinden stand der Naturschutz in der Region im Mittelpunkt.

Gruppenbild
v.l.n.r.: Barbara Waringer, GR Angelika Wille, Karin Enzinger, GR Elisabeth Zottl-Paulischin, GR Johanna Haigl

Bei schlechtem, nasskaltem Wetter fand am 27. März 2026 in Berndorf – Veitsau, im gemütlichen Gasthaus Groiss, der erste von der Schutzgebietsbetreuung „Nordöstliche Randalpen“ organisierte Regionsworkshop statt. Mehr als 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Vertretungen aus 5 Gemeinden folgten den Vorträgen und entwickelten unzählige Vorschläge für erfolgreichen Naturschutz in der Region.

Gemeinsame Safari

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Jürgen Schrönkhammer (Berndorf), fand, statt der geplanten Exkursion in das bemerkenswerte 30–40 ha große Feuchtgebiet der Grillenberger Senke, eine „Trockenexkursion“ mit Bildern und danach eine „Safari“ in Fahrgemeinschaften statt.

Das Fechtgebiet der Grillenberger Senke besteht aus Niedermooren, Pfeifengraswiesen, Feuchtwiesen und Schilfflächen, die von der lokalen Bauernschaft mittels ÖPUL-Naturschutzmaßnahmen vorbildlich extensiv bewirtschaftet werden.

Landschaftsbild Nordöstliche Randalpen bei Regen
Die Grillenberger Senke mit ihrem 30 bis 40 Hektar großem Feuchtgebiet.

Niedermoore und andere Naturschätze

Anschließend stellte die Schutzgebietsbetreuerin Karin Enzinger das Europaschutzgebiet Nordöstliche Randalpen: Hohe Wand – Schneeberg – Rax und seine Naturschätze anhand zahlreicher Bilder vor und Moorexperte Gerhard Egger erklärte die ökologische Bedeutung von Mooren und Niedermooren und ihre Funktion im Wasserhaushalt einer Region. Aufgrund der seit einigen Jahren im Gebiet vorherrschenden Trockenheit sorgen sich viele der Anwesenden und auch auf die Austrocknung bekannter Bäche wurde – auch aus dem Publikum – hingewiesen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop
Moorexperte Gerhard Egger erklärte die ökologische Bedeutung von Mooren und Niedermooren.

Schutzgebietsbetreuerin Barbara Waringer stellte die zum Teil bereits seit 2018 erfolgenden Pflegemaßnahmen auf Niedermooren und Pfeifengraswiesen im Schutzgebiet sowie jene zugunsten des Sibirischen Goldkolbens (Ligularia sibirica) auf seinem einzigen Standort in Österreich – im Grillenberger Tal – vor.

Kurze Ausführungen zu einigen im Schutzgebiet vorkommenden “Artenschmankerln” wie Kiebitz, Bekassine, Neuntöter, aber auch zu Ziesel und Feldhamster, die am Ostrand des Europaschutzgebietes bei der infrastrukturellen Entwicklung im Auge behalten werden sollten, rundeten die Vorträge ab.

Workshop mit unzähligen Vorschlägen

Im Workshop entwickelten die Anwesenden (auf vorgegebenen Karten) zahlreiche Vorschläge zur effektiven Umsetzung von Naturschutz in der Region, die nach der Veranstaltung zusammengefasst wurden und den Arbeitsauftrag für die nächsten Jahre bilden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop

Dabei wurden einerseits die Richtung des Feuchtwiesenschutzes und die Erarbeitung umfassender hydrologischer Lösungsansätze zum Wasserrückhalt in der Region als vorrangig wichtig bestätigt. Andererseits wurde auf die hohe Bedeutung einer zielgruppenorientierten niederschwelligen Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen, die verschiedene (auch sehr „natur-fremde“) Bevölkerungsgruppen (Kinder aller Altersgruppen, Erwachsene und Ältere verschiedener Bildungsschichten) erreichen und auch durch Aktivitäten (z.B. gemeinsam pflegen,…) ins Naturschützen einbinden sollte. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist die Bedeutung von Naturschutz („Wozu brauch ma des?“) einfach nicht bekannt.

Schließlich wurde auf die Bedeutung der Schutzgebietsbetreuung auch als „Drehscheibe“ zu Exkursionen, Gemeinden, Neophyten-Bekämpfung, standortgerechtes Saatgut, Natur im Garten usw. hingewiesen.

Die Veranstaltung wurde vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union unterstützt.

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