Freiwillige zählten Orchideen
Das Freiwilligenmonitoring der Orchideen in Niederösterreich brachte heuer ein enttäuschendes Ergebnis. Aufgrund der Trockenheit wurden deutlich weniger Exemplare gezählt als im Vorjahr.
© Hannes Seehofer
Die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ organisiert als Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung NÖ das Freiwilligenmonitoring von Kuhschellen und Orchideen in Niederösterreich. Durch die Zählung der blühenden Pflanzen können Managementmaßnahmen in Schutzgebieten bewertet werden. Ein Netzwerk von rund 25 Freiwilligen zählt daher im zeitigen Frühjahr Kuhschellen auf ausgewählten Untersuchungsflächen und ab Mitte April seltene Orchideen auf hochwertigen Naturschutzflächen in der Wachau, im Marchfeld und am Eichkogel.
Weniger Orchideen durch anhaltende Trockenheit
Während bei den Kuhschellen noch sehr viele Exemplare erfasst wurden, gab es im Vergleich zum Vorjahr heuer deutlich weniger frühblühende Orchideen wie z.B. verschiedene Arten von Knabenkräutern. Zu einem besonders deutlichen Rückgang kam es in der Wachau, aber auch im Marchfeld und am Mödlinger Eichkogel wurden tendenziell weniger Orchideen gezählt. Das dürfte auf die extreme Trockenheit in den Monaten März bis Mai 2026 zurückzuführen sein.
Der Frühling 2026 verlief mit einer Temperaturanomalie von +1,4 °C zu mild und war mit einem Niederschlagsdefizit von fast 50 Prozent der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies führte dazu, dass die Orchideen, bevor sie aufblühen konnten, bereits vertrockneten. Die wenigen Exemplare, die es bis zum Erblühen schafften, blieben relativ klein.
Erfolgskontrolle von Pflegemaßnahmen
Das Monitoring dient in normalen Jahren mit durchschnittlichen Niederschlägen als Erfolgskontrolle von gesetzten Pflegemaßnahmen. Um die Lebensräume der seltenen Kuhschellen und Orchideen zu erhalten, sind Pflegemaßnahmen in Form von regelmäßiger später Mahd oder Beweidung notwendig.
Das Monitoring zeigt üblicherweise, ob die Pflegemaßnahmen erfolgreich sind. Da heuer auf allen Zählflächen ein durchgängiger Rückgang der Orchideen festgestellt wurde, der recht eindeutig auf die Trockenheit zurückzuführen ist, lassen sich im Jahr 2026 wenig Rückschlüsse zu den Pflegemaßnahmen herleiten.
Hoffnung auf bessere Zählergebnisse in den nächsten Jahren
Das motivierte Team der Freiwilligen lässt sich jedoch nicht so leicht entmutigen. Sie freuen sich schon auf die Zählungen in den kommenden Jahren und hoffen, dass auf dieses trockene Jahr wieder niederschlagsreichere folgen, in denen sie wieder viele prächtige Orchideen auffinden können.
