Frühlingserwachen im Europaschutzgebiet „Westliches Weinviertel“
Die ersten Kuhschellen kündigen derzeit auf den Retzer Trockenrasen den Frühling an. Pünktlich zum Frühlingserwachen fand am 6. März 2026 in Retz ein von der Schutzgebietsbetreuung „Westliches Weinviertel“ organisierter Regionsworkshop statt.
© A. Schöbinger-Trauner
Der Natur ganz nah am Gollitsch
Der erste Teil der Veranstaltung bestand in einer Exkursion auf die Trockenrasen des Gollitsch, eine der naturschutzfachlich bedeutendsten Flächen im Europaschutzgebiet „Westliches Weinviertel“. Die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bei strahlendem Sonnenschein nicht nur die ersten Kuhschellen-Blüten, sondern auch den weniger bekannten, aber stark gefährdeten Böhmischen Gelbstern bewundern. Damit diese konkurrenzschwachen Pflanzen dort wachsen können, sind regelmäßig Erhaltungsmaßnahmen notwendig, damit die niedrigwüchsigen Trockenrasen nicht mit Gehölzen und hochwüchsigen Gräsern zuwachsen.
© K. Semmelmayer
Pflegemaßnahmen seit mehr als 25 Jahren
Am Gollitsch finden schon seit ca. 2000 Pflegemaßnahmen zur Erhaltung dieses Juwels der Artenvielfalt und Naherholungsgebietes von Retz statt: Die Schutzgebietsbetreuerin Gabriele Bassler-Binder erklärte, dass laufend Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Ausbreitung von Rosen und Robinien zu kontrollieren und dass Beweidung das einzig probate Mittel ist, um die Vergrasung auf den felsigen Flächen hintanzuhalten. Der Landwirt Stefan Hirsch erläuterte in einem Praxisbericht, welche Herausforderungen die Beweidung auf den kargen Trockenrasen mit sich bringt.
Austausch zum Naturschutz im Westlichen Weinviertel
Anschließend wurden im Althof Retz die Ziele der Schutzgebietsbetreuung erläutert und verschiedene Umsetzungsprojekte wie Trockenrasenbeweidung und -entbuschung, Einrichtung von Trittsteinbiotopen im Naturwald, Kopfweidenpflege und Neophytenbekämpfung vorgestellt. Im Anschluss fand im Sinne einer partizipativen Bürgerbeteiligung ein Austausch hinsichtlich Naturschätze, aktuellen Problemfeldern und Projektideen statt.
© K. Semmelmayer
Bei diesem brachten sich der Retzer Bürgermeister Stefan Lang, Umweltstadträtin Beatrix Vyhnalek, Bezirksbauernobmann Friedrich Schechtner, Vertreterinnen und Vertreter sowie Naturbegeisterte anderer Gemeinden des Europaschutzgebietes mit ihrem lokalen Wissen ein, um gemeinsam mit Vertreterinnen der NÖ Energie- und Umweltagentur (DI Katharina Semmelmayer, MSc und Angelika Schöbinger-Trauner, MSc) und der BH Hollabrunn aktiv die Zukunft der Schutzgebietsbetreuung mitzugestalten. Die Veranstaltung wurde vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union unterstützt.
