Kopfweidenpflege – Erhalt eines wertvollen Landschaftselements
Kopfweiden prägen seit Generationen das Landschaftsbild der Gemeinde Bernhardsthal. Sie sind wichtige Zeugen traditioneller Landnutzung, aber auch Lebensraum seltener Tiere.
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Bei Kopfweiden handelt es sich meist um Silberweiden, deren Äste früher regelmäßig geschnitten wurden, um unter anderem Holz und Flechtmaterial zu gewinnen. Durch diese Nutzung entstand der typische, kräftige Stamm mit der bekannten „Igelfrisur“.
Kopfweiden als Lebensraum für geschützte Tiere
Auch aus ökologischer Sicht sind Kopfweiden von großer Bedeutung. In ihren alten Stämmen bildet sich im Inneren sogenannter Mulm – stark zersetztes Holz, das vielen Tierarten als Lebensraum dient. Zahlreiche seltene Insekten, darunter der geschützte Eremit (Osmoderma eremita), sind darauf angewiesen. Ebenso nutzen Fledermäuse und höhlenbrütende Vögel wie der Steinkauz (Athene noctua) diese Bäume als Quartier. Richtig gepflegt bieten Kopfweiden damit einen wertvollen Lebensraum und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
„Schneiteln“ für den Erhalt der Kopfweiden
Da Kopfweiden heute nicht mehr so wie früher genutzt werden, ist ihre regelmäßige Pflege besonders wichtig. Ohne Rückschnitt werden die Äste zu schwer und brechen ab. Im schlimmsten Fall wird dabei der Stamm stark beschädigt und der Mulm als Lebensraum des Eremiten geht verloren. Der fachgerechte Schnitt, das sogenannte „Schneiteln“, sollte daher etwa alle drei bis fünf Jahre erfolgen. Bei regelmäßiger Pflege reichen einfache Werkzeuge wie Astschere oder Handsäge aus.
Workshop für Interessierte
Bei einem Anfang 2025 von Schutzgebietsbetreuer Florian Schneider durchgeführten Schnitt-Workshop für alle Interessierten, wurde Wissen rund um das Thema Kopfweiden ausgebaut. Wenn die Bäume länger nicht gepflegt wurden und damit überaltert sind oder wenn der Kopf sogar erst wiederhergestellt werden muss, ist der Einsatz professioneller Baumpfleger notwendig.
Kopfweiden mit eigenem Projekt geschützt
Im Gemeindegebiet werden, im Rahmen des Schutzgebietsbetreuungs-Projektes „Trockenrasen- und Kopfweidenpflege in den March-Thaya-Auen“, derzeit rund 45 Kopfweiden auf Gemeindegrund professionell gepflegt und wiederhergestellt. Die Umsetzung der Pflegemaßnahmen ist durch enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Schutzgebietsbetreuung des Landes Niederösterreich möglich geworden. Die Maßnahmen werden mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und der Europäischen Union umgesetzt.
