Wanderungen zu den Trockenrasen in Schönberg am Kamp
Bei der Exkursion des Naturpark Kamptal-Schönberg und der Schutzgebietsbetreuung wurden den Teilnehmenden die Ergebnisse der Restaurationsarbeiten im Naturpark in den letzten Jahren vorgestellt.
© Julius Hager
Der Naturpark Kamptal-Schönberg lud am 30. Mai 2026 gemeinsam mit der Schutzgebietsbetreuung des Europaschutzgebietes Kamp- und Kremstal zu einer geführten Exkursion zu den Trockenrasen entlang des Schönberger Waldlehrpfads ein. Unter fachkundiger Führung wurde die Lebenswelt dieser Lebensräume im Schütt, am Hirnwickl und bei der Hubertuskapelle erkundet und die Ergebnisse der Restaurationsarbeiten, die vom Naturpark in den letzten Jahren über ein Biodiversitäts-Projekt gestartet wurden, vorgestellt.
Vielfältige und hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt
Die rund 30 Teilnehmenden ließen sich auch von einem heftigen Gewitter zu Beginn der Veranstaltung nicht davon abhalten, die „Stars der Trockenrasen“ näher kennenzulernen. Der Landschaftsökologe Thomas Zuna-Kratky, selbst Mitglied im Naturpark-Team, stellte die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt vor und erzählte spannende Details über die Lebensweise der hier vorkommenden Trockenrasenspezialisten.
Zum Abschluss der ca. 2,5-stündigen Wanderung gab es einen gemeinsamen Ausklang auf der Schaubühne am Kalvarienberg mit Musik und Verpflegung, die vom Naturpark zur Verfügung gestellt wurde.
Wertvolle Schutzgüter im Europaschutzgebiet
Da die strukturreiche Landschaft im Gemeindegebiet von Schönberg einen hohen Wert für den Schutz der heimischen Artenvielfalt hat, ist das Gebiet nicht nur als Naturpark, sondern auch als Teil des Europaschutzgebiets Kamp- und Kremstal ausgewiesen.
© Gabriele Pfundner
Die vom Land NÖ beauftragte Schutzgebietsbetreuerin Gabriele Pfundner erläuterte die Bedeutung der hier vorkommenden Schutzgüter. So ist z.B. die bereits im März blühende Große Kuhschelle, die mit ihren blauvioletten Blüten oft die erste Nahrungsquelle für blütenbesuchende Insekten ist, eine europaweit zu schützende Art.
Auch die verschiedenen hier vorkommenden Trockenrasengesellschaften sind von europaweiter Bedeutung und das Land Niederösterreich hat sich daher verpflichtet, sie in ihrem Bestand zu sichern und ihren Zustand nötigenfalls zu verbessern. Als letzte Reste der großflächigen Offenlandschaft der ehemaligen Gemeindeweide von Schönberg sind diese von Verbuschung bedroht und benötigen dringende Pflege, um nicht völlig zu verschwinden.
© B. Thurner
Pflegemaßnahmen helfen die Biodiversität zu sichern
Wie genau die Maßnahmen zur Erhaltung der wertvollen Trockenrasen aussehen, erläuterte der Landschaftsplaner Michael Binder von der Univ. für Bodenkultur, der in den letzten beiden Jahren im Restaurationsprojekt des Naturparks mitgearbeitet hatte.
Neben der Entfernung der in die Flächen eindringenden Gebüsche und einer mosaikartigen Pflegemahd wurden auch Sonderstrukturen wie besonnte Stein- und Totholzhaufen angelegt, die z.B. von der Smaragdeidechse gerne als Lebensraum angenommen werden.
Offene Bodenstellen wurden bewusst geschaffen, um seltenen Pflanzenarten wieder Platz zum Keimen zu geben und wärmeliebenden Insektenarten wie der gefährdeten Steppen-Sattelschrecke warme besonnte Stellen für die Eiablage zur Verfügung zu stellen.
Doch nun gilt es, die so restaurierten Flächen auch dauerhaft zu erhalten. Dies soll in Zukunft unter anderem durch die Waldschafe eines ansässigen Landwirtes erledigt werden, der die Gemeindeflächen ab heuer beweiden und so ideale Bedingungen für die seltenen Tier- und Pflanzenarten dieses besonderen Lebensraums schaffen wird.
Ein Projekt der Schutzgebietsbetreuung des Landes NÖ, mit Unterstützung von Land NÖ und Europäischer Union.
