Entdeckungsreise zu Niederösterreichs Naturschätzen
Die Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung NÖ der eNu lud im Mai und Juni 2026 zu Wanderungen ein, bei denen Niederösterreichs Natur- und Artenvielfalt zum Erlebnis wurde.
© Annemarie Zmolyan
Anlass der Wanderungen war der Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt am 22. Mai. Niederösterreich ist reich an Naturschätzen, die frei nach dem Motto „Was man kennt, das schützt man auch“, entdeckt werden wollen.
Gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz beim Amt der NÖ Landesregierung und Fachexpertinnen und Fachexperten arbeitet die Koordinationsstelle im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung NÖ an der Betreuung der Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete und flächigen Naturdenkmäler in Niederösterreich. Einige davon konnten im Rahmen der Wanderungen besucht werden.
Was gibt es noch zu sehen?
Wer Lust auf mehr bekommen hat, kann noch immer die zahlreichen Angebote der Schutzgebietsbetreuenden, der Naturparke NÖ und der Großschutzgebiete, sowie zahlreicher Naturschutzvereine wie Naturschutzbund NÖ und Forschungsgemeinschaft LANIUS nutzen.
- Samstag, 27. Juni 2026: Alpine Blütenwelt – Farbenfrohe Flora im Wildnisgebiet (Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal)
- Mittwoch, 15. Juli 2026: Der Altenberg – für Jung und Alt! (Europaschutzgebiet Westliches Weinviertel)
Das waren die bisherigen Wanderungen
Die angebotenen Wanderungen führten zu herausragenden Lebensräumen in verschiedenen Europaschutzgebieten, im Nationalpark Donau-Auen und Nationalpark Thayatal, in den Naturparks Niederösterreichs und im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal. Sie wurden von Expertinnen und Experten im Naturschutz begleitet. Sie gaben ihr Wissen über das jeweilige Schutzgebiet und seine Vielfalt weiter. Die Exkursionen waren sehr gut gebucht und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für Niederösterreichs Naturschätze. Drei dieser Wanderungen wurden von der Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung NÖ organisiert:
Neophyten mit mä(h)chtiger Vielfalt in Schach halten
Nach längerer Pause gab es wieder eine Wanderung in das Europaschutzgebiet Tullnerfelder Donau-Auen bei Zeiselmauer. Dort halten Kamerunschafe den Japanischen Staudenknöterich erfolgreich in Schach! Exkursionsleiterin Christina Nagl und Marina Karner (eNu) konnten nicht nur auf ihre Gebietskenntnis, sondern auch auf das Wissen zahlreicher Akteurinnen und Akteure im Gebiet zurückgreifen: So stellten Barbara Becker von der viadonau und Landwirt Engelbert Resinger ihr gemeinsames Beweidungsprojekt vor, das seit 2022 läuft und jährlich durch ein Monitoring auf Erfolg geprüft wird.
© Monika Gutscher
Christina Nagl vom Verein Hirtenkultur betonte die Vorzüge der Beweidung, einer in Ostösterreich selten gewordenen Bewirtschaftungsform. In vielen Fällen ist Beweidung die richtige Wahl, um gefährdete Arten zu schützen. Anfangs schüchtern, ließen sich die Kamerunschafe zum Schluss mit so manchem Grashalm in unsere Nähe locken. Das Anlegen eines Reisighaufens für Groß und Klein rundete die gesellige Wanderung bei Sonnenschein ab.
Entdeckung der Canyons in der Erlaufschlucht
Eine weitere, von der Koordinationsstelle organisierte Wanderung führte am 29. Mai 2026 bei strahlendem Wetter in das Naturdenkmal Erlaufschlucht im Europaschutzgebiet „Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse“.
© Martina Pichler
Über 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wanderten mit Exkursionsleiter Norbert Novak und Karin Schmid (eNu) durch die urigen Canyons der Erlauf und kamen dem faszinierenden Fluss ganz nahe. Sie lernten FFH-Lebensraumtypen wie etwa „Erlen-Eschen-Weidenauen“ oder „Natürliche Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation“ im Natura 2000-Gebiet kennen. Wuchtige Konglomeratfelsen an den Ufern erlaubten Einblicke in die geologische Geschichte. Köcherfliegenlarven, Steinfliegenlarven und verschiedenste Eintagsfliegenlarven zeugen von der Artenvielfalt, der in diesem Abschnitt natürlich fließenden, gut strukturierten Erlauf.
Highlights am Schönauer Teich
Am Fenstertag nach Fronleichnam trotzten zehn wackere Wanderinnen und Wanderer der durchwachsenen Wettervorhersage und begaben sich mit Exkursionsleiterin Elisabeth Wesely und Katharina Semmelmayer (eNu) auf Entdeckungsreise rund um den Schönauer Teich, einem Naturschutzgebiet im Europaschutzgebiet Steinfeld. Auf botanischer Seite bleibt vor allem eine bunte Ackerbrache mit seltenen Ackerbeikräutern wie Kornrade und Hasenohr in Erinnerung. Bei den ornithologischen Highlights scheiden sich die Geister: für die einen war es der Baumfalke, der hoch oben seine Kreise zog, für andere die nach dem Regen in der Sonne akrobatisch jagenden Mauersegler.
© K. Semmelmayer
Aber auch der Teich selbst bot einiges Sehenswerte: So beherbergt er sowohl den größten als auch den kleinsten Lappentaucher bei uns und wir konnten beide – Hauben- und Zwergtaucher – durchs Spektiv beobachten. Das flauschigste Highlight waren aber sicherlich die Schwanenküken, die mit ihren Eltern über den Teich dahinglitten.
Weitere Highlights aus der Schutzgebietsbetreuung
Im Europaschutzgebiet Kamp- und Kremstal luden die Schutzgebietsbetreuerinnen Gabriele Pfundner und Barbara Thurner gleich zu 2 Wanderungen. Bei Gobelsburg wurde die Gemeindewiese mit ihren wertvollen Trockenrasen vorgestellt, die durch ein mehrjähriges Pflegeprojekt für die Zukunft bewahrt werden soll. Bei einer gemeinsamen Wanderung in Schönberg mit dem Naturpark Kamptal-Schönberg wurden auch dort die Trockenrasen genauer erkundet, mit Fokus auf das Restaurationsprojekt des Naturparks, mit dem sie erfolgreich gesichert wurden.
Ebenfalls im Waldviertel lud Axel Schmidt zu seiner Wanderung im Europaschutzgebiet „Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“. Die Exkursion führte zum Lebensraum der Kreuzkröte und in die Lainsitzniederung. Highlights waren die Sichtungen von Bienenfressern und einem adulten Seeadler.
Im Europaschutzgebiet „Nordöstliche Randalpen“ fand die ausgebuchte Wanderung zur Mamauwiese statt. Diese Feuchtwiese konnte durch zielgerichtete Pflege wieder in einen guten Zustand gebracht werden und beglückte mit Enzian und Co.
Für alle, die nach den Wanderungen Lust auf mehr bekommen haben, bieten Schutzgebietsverwaltungen auch weiterhin spannende Exkursionen und Wanderungen an. Außerdem organisiert die Koordinationsstelle spannende Veranstaltungen, wie Online-Seminare und Infovorträge, Tagungen und nächstes Jahr wird es natürlich wieder Entdeckungstouren der Schutzgebietsbetreuung zu den Naturschätzen Niederösterreichs geben. Um keine zu verpassen, können Sie den eNu-Newsletter abonnieren.